Kamerakinder

Heute bin ich kaputt. Die kurzen Nächte und die aufregenden Tage machen sich bemerkbar. Auf den geplanten Ausflug mit der Familie von Astrid freue ich mich dennoch. Wir wollen Freunde von ihnen besuchen. Highlight: Es wird während unseres Besuches Arak hergestellt werden. Bei Arak handelt es sich um ein libanesisches, hochprozentiges Getränk, das ich selbst noch nie getrunken habe, weil ich schon seit Jahren keinen Alkohol mehr trinke. Hier im Libanon wird es allerdings in rauen Mengen getrunken, so scheint mir. Interessant sollte die Herstellung dieses Traditions-Getränkes also allemal sein. Abgesehen davon erwarten uns nette Menschen und leckeres libanesisches Essen. Ach ja, und strahlender Sonnenschein, wenngleich es oben in den Bergen heute ziemlich kühl ist.

Heute ist nur eines der drei Kinder von Astrid und Ghassan mit von der Partie - Louis Justin, das Nesthäkchen. Die Schwestern haben anderweitig zu tun. Heißt im Klartext: Ich bin das Entertainment-Programm, was ich generell herzlich gerne auf mich nehme. Daumen-Fangis und das Händeklatschen-Spiel auf der Rückbank gehören schon seit Tagen zum Programm (hätte ich die Kleinen mal nicht auf die Idee gebracht!). Ich hab die drei ins Herz geschlossen (und das schon beim letzten Mal) und genieße den vielen Spaß, den wir miteinander haben. Heute bin ich aber wie gehabt etwas kaputt und fühle mich fürchterlich, als ich Louis Justin nach der x-ten Partie Daumen-Fangis schlussendlich einen Korb gebe. Diese Augen. Und so kommt mir eine Idee: Wieso mache ich ihn heute nicht einfach zu meinem Fotografen? Als Kamerakind kann er sich an meinem iPhone austoben und was dazulernen. Und ich habe ein wenig Verschnaufpause. Louis Justin liebt, wie nicht anders zu erwarten, diese Idee und wird die nächsten Stunden nur noch mit meinem iPhone in der Hand zu sehen sein.

Als ich abends das Material sichte, lache ich mich kaputt in Anbetracht der vielen Experimente in Form von Fotos und Videos. Besonders amüsant finde ich die vielen Selbst-Portraits, die der 12-Jährige von sich gemacht hat.

Sein Blickwinkel des heutigen Tages ist Anlass für mich, an dieser Stelle die Bilder für sich sprechen zu lassen und auf weitere Ausführungen zu verzichten. Ja, stimmt, ein paar Fotos hat Kamerakind Anke am Ende auch noch geschossen. Aber welche davon, das wird nicht verraten.


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