Alles auf Null - oder: Heimkehr.

Der Frühling kehrt ein! Nur noch eine Frage der Zeit, und wir haben alle ein Blumenkränzchen auf dem Kopf!
Der Frühling kehrt ein! Nur noch eine Frage der Zeit, und wir haben alle ein Blumenkränzchen auf dem Kopf!

Der Frühling kehrt ein, nehme ich heute Morgen erleichtert zur Kenntnis. Seit meinem letzten Blog-Eintrag "Hingabe - oder: I kehr because I care" fallen mir überhaupt jede Menge Verwendungen von "kehr" im deutschen Sprachgebrauch auf.

 

Rückkehr zum Beispiel. Oder Heimkehr.

 

Und genau die treiben mich dieser Tage in Anbetracht meiner bevorstehenden Süddeutschlandtour um. 10 Jahre ist es jetzt her, dass ich aus Waldshut-Tiengen weggezogen bin, ehe ich mich nach manch Auslandsaufenthalt dazu entschloss, nach Duisburg zu ziehen.

 

Warum Duisburg?, werde ich oft gefragt. Es hat sich ergeben, sagt man so schön. Aus familiären Gründen. Gedacht zunächst als "Zwischenstation". Dass ich geblieben bin, war indes eine bewusste Entscheidung, über die ich zu gegebener Zeit mit Sicherheit noch mehr preisgeben werde. Heute geht's eher darum, Vergangenes hinter sich zu lassen. In Anbetracht des wunderschönen Sonnenscheins, der mich heute Vormittag ganz schnell vergessen lässt, wie lang und kalt der Winter diesmal war, irgendwie ja auch passend.

 

 

Vor ein paar Tagen bin ich am Stadttheater vorbeigejoggt. Ich mag's dort abends und lege meine Route oft so, dass ich dort vorbeikomme, um einen Moment innezuhalten. Diesmal sah ich eine obdachlose Person, die einen Einkaufswagen voller Sachen die Rampe hinaufschob, um sich im Eingangsbereich Unterschlupf zu suchen. Da fiel mir ein, dass ich vor ein paar Tagen jemanden dort hatte schlafen sehen. Im Zusammenhang mit dem Zitat von Friedrich Schiller bemerkenswert, von wegen reicher in sich selbst zurückkehren. Mir liegt eine Interpretation dieser Momentaufnahme auf den Lippen, aber sie scheint mir vermessen. Jeder muss eben am Ende vor der eigenen Haustüre kehren.

 

 

Zu was kehre also ich zurück, wenn ich mich am Mittwoch auf den Weg in die alte Heimat mache?

 

 

Ich kehre zurück an den Ort, mit dem ich neben vielen familären und schulischen Erinnerungen vor allem auch die Anfänge meines musikalischen Schaffens verbinde.

 

Flötenunterricht.

 

Erster "Auftritt" in der Grundschule Lauchringen, seinerzeit als Hirte, auf dem Boden sitzend, mit einem Kinder-Akkordeon im Schneidersitz, umringt von Stoffschafen. Davon gibt's sogar noch ein Foto. Krame ich irgendwann mal raus.

 

Und, nicht zu vergessen: meine ersten Kompositionen.

 

Bei meinem Auszug aus dem Haus, in dem ich aufgewachsen bin, fiel mir eine Kassette in die Hände, die ich mit 11 Jahren aufgenommen hatte. Mit 21 zu hören, welch Visionen mich als 11-Jährige (siehe Fotos, links) angetrieben hatten, war eine der Schlüsselsituationen im Rahmen meiner beruflichen Entwicklung:

Wenn ich in der kommenden Woche in der alten Heimat auftrete (zu den Terminen), schließt sich da gefühlt irgendwie ein Kreis.

 

Da passt "Alles auf Null" besonders gut, finde ich. Eine Null ist ja auch ein Kreis. Etwas Ewiges, in sich Abgeschlossenes. Eine runde Sache eben.

 

Und bei den Konzerten wird es auf die eine oder andere Weise mit Sicherheit auch rund gehen. Ich freu' mich drauf!

 

Hier also passend zum frühlingshaften Wetter Blumen für die Ohren:

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