Mit und ohne Maske

Mein Konzert in der Hans Carossa Klinik in Stühlingen vor eineinhalb Jahren inspirierte und ermutigte mich seinerzeit, auf der Bühne noch offener und direkter zu sein im Umgang mit den Inhalten und Botschaften meiner Songs. Mein Programm "Therapiestunde" (auf die Anführungsstriche lege ich übrigens großen Wert :-)) zählt zu den Früchten, die der damalige Abend trug.

 

Entsprechend groß war meine Freude, am vergangenen Freitag wieder in der Hans Carossa Klinik aufzutreten. Selten war mir so bewusst, dass ein "gelungener" Konzertabend (oder passt "anhebender" doch besser?) schlussendlich ein Gemeinschaftswerk ist. Stimmt, eine(r) muss den Anfang machen. Aber was danach passiert, das hängt von allen Beteiligten ab. Wenn sich alle darauf einlassen, wenn alle mitziehen, dann steht am Ende ein Abend, an dem man sich dankend und lächelnd voreinander verneigt; an dem man als Freunde auseinander geht, weil man etwas Besonderes miteinander erlebt, ja vielleicht sogar erreicht hat.

 

Auf der Website des Südkuriers gibt es ein paar weitere Fotos und einen Artikel über das Konzert.

 

 

Ähnlich besonders, wenn auch ganz anders, fiel das Konzert im Purpur in Horheim aus. Hier setzte ich, ähnlich wie schon im Wilhelm 13 in Oldenburg zu Beginn des Jahres, Bilder (und zwar auch bewegte) ein und stellte das Programm unter das Motto "Momentaufnahmen".

 

Meinen Bruder Knud, der sich mir während dieses Wochenendes in der ehemaligen Heimat anschloss, nahm ich kurzerhand für zwei Stücke mit auf die Bühne. Eines der Lieder, das wir miteinander spielten, entstammte seiner Feder. Und so darf man unseren gemeinsamen Auftritt am Samstag wohl als Auftakt bezeichnen. In der kommenden Woche gehen wir gemeinsam ins Studio, um eine Auswahl seiner Kompositionen aufzunehmen.

 

Während die Narren am Hochrhein dieser Tage ihre Masken und Kostüme zum Besten geben wie hier am Umzug in Schwerzen (was für ein großer Spaß - oder besser: war für eine Mordsgaudi, das alles am Sonntag mal wieder aus erster Nähe miterleben zu dürfen!)...

 

 

...heißt es im Hause Johannsen, die Masken und Hüllen fallen zu lassen- nicht nur bei den zurückliegenden Konzerten, sondern auch während der aktuellen Studio-Vorbereitungszeit in Vorarlberg und der bevorstehenden Zeit im Studio in Liechtenstein.

 

Fotos: Kerstin Engler, Thomas Althaus, Knud Johannsen & Anke Johannsen

 

Zwei Dinge zum Schluss:

 

Die Handschuhe, die ich auszugsweise am Samstagabend gezeigt habe, gibt es hier in voller Pracht und Vielfalt unter dem Stichwort "Handschuhbidoo" zu bestaunen.

 

Man hat mich außerdem mehrmals auf mein "Mond-Gedicht" angesprochen, das ich in Kombination mit meinem "Mond-Song" an beiden Abenden vorgetragen habe. Auf Wunsch gibt's "Mondial" hier also nachzulesen. Weitere meiner Gedichte gibt's hier.

 

Mondial


Ich liebe den Mond, weil er im Stillen scheint
und des Nachts mit uns traurig Wachen weint.
Uns vom Blendwerk des Tages beschützt und verschont.
Uns mit Anmut versorgt und mit Güte belohnt.

Mir ist's, als könnten wir zwar auch von den Sternen,
aber vor allem von ihm, dem Mond, so viel lernen:
Auch dann zu geben, wenn keiner guckt.
Auch dann aufzugehen, wenn's keinen juckt.

Sich nicht gegen die Strahlkraft der Sonne zu wehren,
sondern sie als große Schwester zu verehren.
Mal als schmale Sichel, mal als satter Kreis,
nicht immer Preis zu geben, was man kann und weiß.

Weiterzuscheinen, auch wenn's keiner sieht.
Immer zu dienen. Selbst in einem Wiegenlied.
So besonders ist er, und doch für viele gewöhnlich.
Ihm selbst ist's egal. Er scheint immer versöhnlich.

Der Mond ist für mich gar der wahre Star,
weil er schon immer so treu und bescheiden war.
So gern hätt' ich auch mal da oben gewohnt
und ihm den Hof gemacht als die Frau im Mond.

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