Spuren hinterlassen

Umgeben von den Vorarlberger Alpen und inmitten der Vorbereitung auf die Studio-Aufnahmen mit meinem Bruder Knud erreicht mich dieser Presseartikel über das Konzert in Stühlingen:

 

Ihr zweites Konzert in der Hans-Carossa-Klinik Stühlingen war ebenso erfolgreich wie das erste im September 2014: Die Berufsmusikerin Anke Johannsen spielte vor fast vollem Haus. Besonders die leisen Töne, die Zwischentöne, machten das Konzert zu einem Erlebnis. Die Verbindung von eigener Musik mit Geschichten über die Entstehung in ihrem ersten Konzert in Stühlingen, hatte zur Auseinandersetzung mit ihrem Leben und dem Leben allgemein geführt. Daraus entwickelte sie die „Therapiestunde“ und setzte sie im Oldenburger Musik- und Literaturhaus Wilhelm13 fort.

Neben ihrer Musik beschäftigt sich Anke Johannsen mit dem Schreiben. So las sie das Gedicht „Die Entscheidung“ sowie das „Gedicht zum Mond“ vor. Sie verpackt alles, was sie bewegt, in Fragen: „Warum haben wir in Duisburgs Straßen nicht so tolle Lumpen hängen wie hier?“ Oder selbstkritisch: „Kann es sein, dass gar nicht die Anderen das Problem sind?“ Vor einiger Zeit hatte sie sich die Aufgabe gestellt, 1000 Dinge zu finden, „für die ich dankbar bin. Die ersten 200 Dinge sind einfach.“ Nach langer Suche erkannte sie den nachhaltigen Effekt auf das Lebensgefühl.

Offen für ihr Publikum, spielte sie in Stühlingen nach dem flotten „Akzep-Tanz“ eher besinnliche Stücke. Sie freute sich, dass ihre frühere Klavierlehrerin Astrid Könekamp aus Lauchringen gekommen ist: „Man könnte sagen, sie hat mich entdeckt.“ Ihre Schulzeit hat Anke Johannsen im Landkreis Waldshut verbracht, ihre Wahlheimat ist Duisburg. Dass sie gar nicht gerne auf die Bühne geht, außer, wenn sie ihr eigenes Ding macht, verriet sie nach der Pause: „Ich wollte einfach meine Lieder schreiben, mehr nicht.“ Nach 15 Liedern und jeder Menge Applaus dankte Johannsen dem Publikum und besonders Anita Althaus von der Hans-Carossa-Klinik: „Ihr habt mitgemacht und zurückgestrahlt, und dafür danke ich dir.“ Sascha Loefflert hatte für das Konzert den Weg aus Stuttgart auf sich genommen. Nach dem Konzert nahm sich die Künstlerin Zeit für ihre Gäste. Mehrfach wurden die noch unveröffentlichten Lieder „Akzep-Tanz“ und „Platz in meinem Herzen“ auf CD gewünscht.

 

 

Kreatives Schaffen in einem überwältigend schönen und inspirierenden Umfeld. Drinnen (gemeint sind die Studios von Little Big Beat in Liechtenstein) wie draußen. Momentaufnahmen wie diese sprechen für sich.

 

Die unteren acht Fotos stammen von Petre Mathislav.

 

Auf die eine oder andere Weise hinterlassen wir immer Spuren - ob wir uns dessen nun bewusst sind oder nicht. Während der Schneeschuhwanderung am Tag nach den intensiven Aufnahme-Sessions im Studio kommt mir das in den Sinn. Auf dem Weg nach oben hatte uns Führer Freddie noch ermutigt, seinen Spuren zu folgen. Auf dem Weg nach unten schließlich die Aufforderung, nun die eigenen Spuren zu hinterlassen und einfach draufloszurennen - soweit das mit Schneeschuhen eben möglich ist. Gesagt, getan. Ausrutscher und Lachanfälle inklusive. It's good to be alive.

 

 

Spuren, war da nicht was? Ein Gedicht, das ich im letzten Jahr geschrieben habe:

 

Den Träumern und den Spinnern

 

Widmen wir unser Erinnern
den Träumern und den Spinnern,
den Forschern und Entdeckern,
den Pionieren und meinetwegen auch den Hackern.

Die nicht meckern und nicht motzen,
sondern lieber kleckern, ach was, klotzen.
Die vor lauter Tatendrang nur so strotzen
und, wenn sie sich übergeben, es an das Leben tun, anstatt sich auszu...toben.

Sie tanzen. Aus Freude und auch aus der Reihe.
Ignorieren die zynischen Rufe und Schreie.
Vor allem können sie eines: verzeihen.
Atemberaubend, welchen Zauber sie der Welt verleihen.

Jene, die lieber Frieden schließen,
anstatt auf einander loszuschießen,
kurzum: Jene, die mutig sind und aus sich schöpfen,
mögen Spuren hinterlassen in unseren Herzen und Köpfen.

 

Spuren hinterlassen seit Jahrzehnten auch die Jungs von Toto. Ein Geburtstagsgeschenk an die Mama, das kurz nach meiner Rückkehr zur inspirierenden und begeisternden Momentaufnahme für die ganze Familie wird. Für ein paar Schnappschüsse mit dem iPhone reicht es während des Konzerts in Tilburg. Den Rest der Zeit verbringt man lieber mit Tanzen :-).

 

 

Weitere Handschuh-Spuren auf meinen Reisen.

 

 

Beschließen wir den heutigen Blog-Artikel mit diesem Gedicht aus dem letzten Jahr:

 

Spurensuche

 

Ein Blick auf die Uhr.
Welche Spur
hinterlässt du nur
auf dieser, deiner Flur?

 

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