Jahresrückblick 2016: Gelassenheit auch in der krassen Zeit

Alle Libanon-Fotos von 2016 gibt es hier.

 

Alle gefundenen Handschuhe gibt es hier.

 

Alle Duisburger Lichtblicke gibt es hier.


Auftritte stellen für mich eine von mehreren Säulen meines künstlerischen Schaffens dar. Aus den Konzerten von einst sind über die Jahre Auftritte geworden, bei denen die Inhalte im Vordergrund stehen. Das heißt, ich verbinde heute meine Songs mit Erzählungen, Gedichten und Fotos bzw. Illustrationen, wenn ich beispielsweise mit meinem Format "Therapiestunde" auf der Bühne stehe. Auch der Kunst in der Wirtschaft bzw. im Management  widme ich mich seit geraumer Zeit mit Begeisterung und Hingabe. 

 

Ob ich nun als Musikerin, Sprecherin oder Moderatorin zum Einsatz komme - ich sehe meine Aufgabe mittlerweile darin, Inhalte mittels meiner Kreativität zu verknüpfen und zu transportieren.

 

Ein Beispiel dafür war 2016 mein Auftritt bei der Zukunftskonferenz der Brand Eins, im Rahmen dessen ich u. a. ein Gedicht vortrug, das ich auf Basis der Beiträge der Teilnehmer zum Thema "Wendepunkte" erstellt hatte.

 

Ich durfte zahlreiche andere Vorträge, Konzerte oder eben Vortragskonzerte geben - teils intern, teils öffentlich. Von den vielen spannenden Live-Aktivitäten, die das vergangene Jahr für mich bereithielt, seien hervorgehoben:

 

Die gemeinsamen Vortrags-Aktivitäten mit meinem Bruder Knud, die sich als erfüllend und ebenso erfolgreich erwiesen. Die geplante Fortsetzung und Ausweitung dieser Aktivitäten in 2017 weckt schon jetzt große Neugier und Vorfreude.


Ein künstlerischer Jahresrückblick, vorgetragen im Rahmen eines Weihnachtskonzertes bei einer deutschlandweiten Unternehmensberatung, dir mir einmal mehr vor Augen hielt, wie öffnend und wirksam Kunst sein kann. Ich freue mich sehr über und auf die Fortsetzung dieses Projekts in 2017.

 

Meine mittlerweile vierte Libanon-Konzertreise, die ich diesmal sprachlos in Form von Momentaufnahmen dokumentierte. Die Planung für die nächste Reise in 2017 ist schon im Gange. Der Libanon ist mittlerweile eben eine Art zweite Heimat für mich.


Ich kann es selbst kaum glauben - 45 Gedichte sind 2016 entstanden. Einem davon entstammen die Zeilen "Gelassenheit auch in der krassen Zeit", die ich kurzerhand nach den Eindrücken der letzten Tage zum Titel dieses Jahresrückblicks gemacht habe.

 

Alle weiteren Gedichte gibt es hier.



Warum jetzt und warum du? Weil!

 

Weil das Licht heute für dich scheint.
Weil die Sonne heute dich meint.
Weil der Rhythmus heute dich packt
in diesem neuen Auftakt.

Wie ein alter, löchriger Mantel,
oder eines vergangenen Lebens schwere Hantel,
legst du ab jenes erdrückende Gewicht,
unter dem selbst der Stärkste irgendwann zusammenbricht.

Offene Miene
zur jeweiligen Zeitschiene,
zu jenen weiten Welten
und Himmelszelten.

Aus entzwei
wird so frei.
Und nach Ohr
kommt Sprachrohr.

Vom Tragenden
zum Fragenden.
Vom Ruhenden
zum Tuenden.

 

 

Jenem vertrauen - blind -,

was wir nicht zu steuern imstande sind.
Es nicht länger negieren,
aber eben auch nicht regieren.

Gelassenheit
auch in der krassen Zeit.
Stoa
wie auf der Arche Noah.

Gefühlte Elfen,
hier, um dir zu helfen.
Viele Instrumente. Ein Orchester.
Mutter. Vater. Bruder. Schwester.

 

Wie ein farbenfrohes, schillerndes Kleid,
eines federnden Lebens Leichtigkeit,
legst du nun an jenes neue Gewand,
das nie ein anderer für dich fand.

Weil das Licht heute für dich scheint.
Weil die Sonne heute dich meint.
Weil der Rhythmus heute dich packt
in deinem neuen Auftakt.


Dies ist jener Abschnitt in meinem Jahresrückblick, dem ich ein ganzes Buch widmen könnte und dann vermutlich immer noch das Gefühl hätte, den vielen kostbaren Begegnungen und Momenten mit anderen Menschen nicht gerecht geworden zu sein.

 

Zwei Projekte, die ich in den letzten Jahren begleitet und mitgestaltet habe, gingen 2016 zu Ende: mein ehrenamtliches Engagement im Rahmen von "Pool Position" (ein musikalisches Projekt für und mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus sozial schwachen Verhältnissen in Duisburg) und meine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in einer Förderschule.

 

Eine der Schülerinnen in der Förderschule antwortete mir an meinem letzten Tag auf meine Frage, was sie in der Zeit mit mir gelernt habe: "Dass wir niemals allein sind." Das fasste für mich auf ergreifende Weise zusammen, welche Motivation mich neben meiner musikalischen Begeisterung in beiden dieser Projekte antrieb, auch wenn ich es selbst nicht so treffend auf den Punkt hätte bringen können. Und so blicke ich voller Dankbarkeit für all die gemeinsamen Produktionen, Aha-Effekte und Momente der Unbeschwertheit neuen Projekten entgegen, die sich für 2017 ankündigen.

 

Das Projekt "Stille Helden" wird auf der Website stilleheldenheute.de ausführlich vorgestellt. Bleibt an dieser Stelle zu sagen, dass es mir eine Freude und Ehre besonderen Ausmaßes war, Teil dieses Teams zu sein. Das Thema Frieden - für mich heute mehr denn je Herzensangelegenheit.

 

Als eine Art "Mega-Projekt" entpuppte sich die ursprünglich einfach Idee, einen Laufsong zu machen. "I Run with the Power of 1000 Horses" hielt die meisten Dreh-, Schnitt- und Überstunden in 2016 für mich bereit. Umso schöner, zum Ende dieses Jahres resümieren zu können, dass sich der Aufwand gelohnt hat.

 

Als mehr noch als ein Projekt erweisen sich die in 2016 entstandenen Aktivitäten mit meinem geliebten Bruder Knud. Während er von "Lifetime Sessions" spricht, bezeichne ich das Ganze liebevoll als "Family Experiment" - eines mit glücklichem Ausgang: lifetimesessions.com


Projekte in der Schnittstelle zwischen Kunst und Wirtschaft sind in diesem Jahresrückblick schon ein paar Mal aufgetaucht. Hier nochmal der Link zur entsprechenden Rubrik auf meiner Website.

 

Auch auf meine "nebenbei-Projekte" in Form von gefundenen Handschuhen (Handschuhbidoo) und Lichtblicken in Duisburg (DU.Lichtblick) sei noch einmal verwiesen.

 

Zu Letzterem passt mein Beitrag an der Ausstellung "IN EINER GROSSEN STADT!" im "Kein Waschsalon" am Ludgeriplatz in Duisburg. Dort war in einem Rahmen der folgende Liebesbrief an Duisburg zu lesen:

 



Was bedeutet es, mit offenem Herzen zuzuhören?
Was bedeutet es, mit offenem Herzen zuzuhören?

Vielleicht geht es im Leben ja gar nicht darum, immer die richtigen Antworten zu finden, sondern von Zeit zu Zeit die wichtigen Fragen zu stellen?

 

Erlaube ich mir, je nach Erkenntnis und Bewusstsein ein und dieselbe Frage unterschiedlich oder gar widersprüchlich zu beantworten?

 

Und überhaupt, was bedeutet wahrhaftiges Zuhören und was passiert, wenn ich wahrhaftig zuhöre?

 

Fragen wie diese begleiteten mich zum Jahreswechsel 2015/16 und darüber hinaus.

 

Spulen wir kurz zurück. In den letzten Jahren ist es bei mir zu einer Tradition geworden, dass ich das Kalenderjahr einem bestimmten Thema widme. So war es in einem Jahr der "Mut", mit dem ich mich in den verschiedenen Bereichen meines Lebens beschäftigte (s. Videoclip). Ihm folgten Themen wie etwa "Lernen" (das damals eingeführte "Lernbuch" führe ich bis heute) und - angeregt durch die Eindrücke von einer Konzertreise in den Libanon - "Frieden".

 

Gegen Ende 2015 entschloss ich mich, mein damaliges Facebook-Profil zu löschen. Dabei ist es auch ein Jahr später geblieben. Bis heute werde ich regelmäßig darauf angesprochen, warum ich mich von den "sozialen Netzwerken" getrennt habe und wie es mir damit ergeht. Manch einer rät mir sogar dringend und aus PR-Zwecken dazu, mich wieder mit Facebook zu arrangieren.

 

Die Sache ist allerdings die: Mir ist das Thema Frieden, und somit auch mein innerer Frieden, heilig geworden. Ich kann die Welt um mich herum nicht ändern, auch wenn ich das oft genug so gerne tun oder zumindest versuchen würde. Was ich aber tun kann, ist meine Art und Weise, der Welt und dem Leben zu begegnen, zu verändern. Will heißen: Wenn ich mir Frieden in der Welt wünsche (und das tue ich!), fange ich mit dem Frieden in meiner Welt an. Und damit habe ich schon alle Hände voll zu tun, wenn es darum geht, in der Familie, im Alltag oder im Beruf einen gelassenen und friedlichen Umgang mit den Menschen und Dingen zu kultivieren, die so oft unplanmäßig und irritierend in mein Leben gespült werden. Es läuft schließlich darauf hinaus, dass alle Bereiche, die mein Sein ausmachen (z. B. körperliche Gesundheit oder mein Innenleben), miteinander im Einklang und Spiegel dessen sind, wie ich sein möchte bzw. wer ich wirklich bin.

 

Das mag philosophisch, esoterisch oder spirituell anmuten, ist für mich aber vor allem eine pragmatische und bodenständige Kausalkette, die mir 2015 u. a. vor Augen führte, dass mir die digitale Form "sozialer Medien" salopp gesagt nicht gut tat und dass ich bei genauerer Betrachtung auch nicht gut heißen konnte, um was es dort im Kern geht. Ich wollte in meinem Leben - weder in meinem künstlerischen, noch in meinem privaten - nicht (mehr) darauf hinarbeiten, dass möglichst viele Leute gut finden, was ich tue. Abgesehen davon verspürte ich seinerzeit das noch zarte, aber zunehmende Bedürfnis in mir, nach innen zu hören. In einer Zeit, in der in immer mehr Talkshows immer weniger gesagt wird, in der wir technisch immer mehr und als Menschen immer weniger erreichbar sind, wollte ich mir Stille und Ruhe gönnen, um jene Fragen zu stellen (und von Zeit zu Zeit eben auch Antworten zu finden), die mir wichtig erschienen.

 

2016 wurde so für mich zum Jahr der "Fragen". Daraus wurde schließlich das "Zuhören".

 

Schon bei meinem ersten Konzert im "Wilhelm 13" in Oldenburg zu Beginn des Jahres verknüpfte ich meine Songs und Illustrationen mit Fragen wie diesen:

Es hat etwas sehr Befreiendes, wenn man nicht den Anspruch erhebt, alles beurteilen zu können oder wissen zu müssen, sondern sich erlaubt, in bisweilen kindlicher Manier Fragen zu stellen und offen dafür zu sein, ob und welche Antworten zurückkommen. Offen zu sein für das, was (zurück-) kommt - leichter gesagt als getan. Tatsächlich kommt es mir heute wie die Beherrschung einer Kunst vor, dem Leben, anderen, sich selbst,...wahrhaftig zuzuhören.

 

Für mich bedeutet Zuhören beispielsweise, meine eigene Wahrnehmung, meinen eigenen Standpunkt und überhaupt mich selbst nicht so wichtig zu nehmen und Irrtum auf meiner Seite für möglich zu halten. Letztlich wird mich genau das weiterbringen.

 

Zuhören beinhaltet auch, zu verstehen, dass ich nicht nur dem anderen ein großes Geschenk mache, wenn ich mich auf das, was er mit mir teilt, einlasse, sondern dass auch mir ein großes Geschenk gemacht wird, wenn sich mir mein Gegenüber öffnet. Schließlich hält uns das Leben auf diese ach so wunderbare und einzigartige Weise mithilfe unserer Mitmenschen immer und immer wieder den Spiegel vor; zeigt uns, wer wir sind und wo wir stehen. Wenn ich in einem Gespräch nicht darauf aus bin, möglichst viele meiner Themen zu platzieren, sondern ganz bewusst Raum für den anderen gebe, dann führt das zu Momenten, die das Leben ganz besonders spür- und kostbar machen, weil sie echte Begegnung erlebbar machen.

 

Zweifelsohne ist dies ein Thema mit vielen Lernkurven. Oft genug schweife ich gedanklich ab, anstatt mich ganz dem jeweiligen Gesprächspartner zu widmen. Und auch dies gilt es zu beherzigen: Fragen und Zuhören allein machen keinen Dialog. Sich selbst mitteilen, sich zeigen, gehört ebenso zu einem Austausch. Die Mischung also macht's. Wie so oft.

 

Die allgemeingültige Feststellung "Übung macht den Meister" trifft also auch auf die Kunst des Zuhörens zu. Und der Meister macht die Übung: Das Leben, seines Zeichens bester aller Lehrmeister, bietet uns Gelegenheiten zu genüge, bessere Zuhörer zu werden; vorausgesetzt, wir wünschen und erlauben es.

 

Neben der Kunst des Zuhörens gibt es für mich mittlerweile auch das Zuhören der Kunst. Wenn ich gemeinsam mit anderen komponiere wie im Falle meines Projektes in der Förderschule, wenn ich auf Basis zahlreicher Telefon-Interviews einen künstlerischen Jahresrückblick erstelle, der das Geschäftsjahr einer Unternehmensberatung und deren Mitarbeiter (> Menschen!) abbildet, wenn ich ein bereits abgeschlossenes Video-Projekt noch einmal neu aufrolle, um "Stille Helden" zu würdigen, dann sind all das Ausdrucksformen des Zuhörens einer Kunst, die ich nicht um ihrer selbst willen schöpfe, sondern ganz bewusst in den Nutzen einer größeren als meiner Sache stelle. Gewiss, von Zeit zu Zeit widme ich mich auch jener Kunst, die meinem tiefsten Inneren entspringt und sich keinem Nutzen als dem verschreibt, zu sein. Und doch möchte ich keines Falls mehr jenes Sinnstiftende missen, das Form annimmt, wenn die Kunst im Prozess ihrer Realisierung zuhört.

Rein sprachlich betrachtet ist das mit dem Zuhören ein wenig heikel:

 

Gemäß meiner Erkenntnisse beinhaltet wahrhaftiges Zu-hören auf zu sein. Auf-hören indes bedeutet, dass etwas endet.

 

Was aber endet, wenn wir ernst machen mit dem Zuhören?

 

Vielleicht endet unsere Annahme, dass wir wichtiger sind als die anderen?

Vielleicht drosseln wir unsere innere Drehzahl und halten inne?

Vielleicht legen wir unsere Angst vor dem Unbekannten ab?

Vielleicht räumen wir auf mit dem ein oder anderen Irrglauben?

Vielleicht tauschen wir Verbitterung gegen Verzeihung?

 

Rettung naht: Das Wort "Auf-horchen" fällt mir ein, als ich diesen Teil meines Jahresrückblicks beschließe.

 

Den "sozialen Netzwerken" und mir gebe ich übrigens eine weitere Chance: Ob wohl ein Instagram-Profil die Kompromiss-Lösung zwischen ganz oder gar nicht sein wird?


Mein persönliches Experiment im Jahr 2016 bestand darin, mir jeden Abend eine Frage zu notieren, die mir - mal mit mehr, mal mit weniger Bezug zum jeweiligen Tag - in den Sinn kam. Auch im Alltag begegnete mir die ein oder andere Frage. Im Folgenden mit einem Augenzwinkern ein Sammelsurium von Fragen, die ich an dieser Stelle für angemessen halte:

 

Haben unsere Eltern recht mit der Aussage, dass es keine blöden Fragen, sondern nur blöde Antworten gibt?
Was können wir von den Kindern lernen,...die wir einst waren?
Was passiert, wenn man wirklich loslässt?
Wozu schminken sich Frauen? Und wozu tragen Männer Krawatten?
Ist etwas wirklich nicht da, wenn wir es nicht sehen können?
Bringt mich das, was ich tue, dorthin, wo ich hin will?
Auf wieviele JAs muss ein NEIN folgen, damit die JAs auch wirklich JAs sind?
Und wann habe ich das letzte Mal aus vollem Herzen JA gesagt?
Angenommen es geht nicht um's Siegen oder Scheitern - um was geht es dann?
Was bedeutet es, im Fluss zu sein?
Ab wann ist ein Traum kein Traum mehr?
Ich habe keine Lust mehr auf Problematisieren. Wer macht mit?
Gebe ich den Dingen, die ich liebend gerne tue - für die ich leuchte - Daseinsberechtigung und Raum?
Erlaube ich mir zu spielen?
Kann es sein, dass viel wichtiger noch als die äußere die innere Freiheit ist?
Kann es sein, dass gar nicht die anderen das Problem sind?
Jetzt mal das Ego komplett an Seite - was kann ich von den anderen lernen?
Wann habe ich das letzte Mal getanzt? Also so richtig?
Wieviel von meinen 100 % gebe und lebe ich?
Die Vergangenheit kann ich nicht ändern. Die Zukunft nicht wirklich steuern. Was heißt das für den gegenwärtigen Augenblick?
Wie wäre es, wenn ich meine innere Verfassung innerhalb nur eines Fingerschnipses drehen könnte?
Wie dankbar bin ich im Alltag?
Wer sagt, dass es Grenzen gibt?
Was ist das Gegenteil von "die Dinge zerreden"?
Was wäre, wenn ich nichts bewerten und verurteilen würde? Und kann es sein, dass Schubladen überbewertet sind (außer vielleicht in der Küche)?
Kann es sein, dass am Ende alles nochmal ganz anders ist als wir dachten?
Findet der Verstand jemals Frieden? Und kann es sein, dass das gar nicht sein Job ist? Und wenn wenn er sich nicht um den Frieden im Herzen kümmert - wer tut es dann?
Wer bin ich, wenn keiner guckt?
Was ist mein Maß?
Warum ist der 1. Schuss einer Fotoserie und der 1. Take bei Studioaufnahmen in 90 % der Fällen der beste?
Wie, also mit welchem spontanen einzelnen Begriff würde ich die Beziehung zu mir selbst beschreiben?
Welche Geschichten wohl hinter all den verlorenen Handschuhen stecken?
Was ist wichtiger: suchen oder finden? Fragen oder Antworten?
Kann es sein, dass das Leben voller Widersprüche ist? Und kann es sein, dass das gar nicht schlimm ist?
Innehalten oder dahinnealten?
Kann es sein, dass es gar nicht darum geht, am Ende möglichst viel zu verstehen, sondern möglichst fair dazustehen?
Darf man eine Tagescreme auch vor dem Schlafengehen auftragen?
Warum enthalten KiTas öfter das Wort "Zwerge" als das Wort "Riesen" im Namen?
Wenn man sowohl angewendet, als auch angewandt sagen darf, darf man dann anstatt Verwandte auch Verwendete sagen?
Wenn es ein "wahrnehmen" gibt, gibt es dann auch ein "wahrgeben"?
Was bedeutet "wir kriegen Krieg"?

Auf was lege ich mein Augenmerk, was nähre ich?

Was mache ich mit all meinen Gedichten?

Wie weiß und entscheide ich, was ich will?

Wie bringe ich Struktur in all die Kreativität?

Wie gehe ich mit meinen kreativen Ideen so um, dass ich mich nicht verzettele?

Wozu sind Tage wie diese gut?

Kann ich die Dinge so, wie sie sind, akzeptieren?

Mit welcher Haltung begegne ich dem morgigen Tag?

Kann ich mir verzeihen?

Wie gehe ich mit Anregungen und Kritik um?

Was kann ich in meiner Familie lernen und geben?

Was macht einen guten Kinofilm aus?

Wann mache ich meine Steuer-Unterlagen fertig?

Darf ich heute mal mit den Fragen pausieren?

Hilft Schweigen?

Herz oder Kopf?

Fühlt sich so Neuland an?

Wann kommt der Frühling?

Wie kann ich es verhindern, andere - absichtlich oder unabsichtlich - zu verletzen?

Was ist Liebe?

Ist Musik Liebe?


Mein 2016 war ein erfolgreiches, abenteuerliches und mich erfüllendes Jahr...

 

...dabei waren viele der Höhepunkte wie so oft nicht Teil meiner ursprünglichen Planung, sondern Begebenheiten, die sich aus einer Vielzahl von Umständen "höherer Gewalt" ergaben.

 

Vielleicht sollte ich das Wort Planung mit Blick auf 2017 einfach durch Ahnung ersetzen?

 

Ich ahne, dass ich auch in diesem Jahr Handschuhe finden und den ein oder anderen Duisburger Lichtblick einfangen werde.

 

Ich ahne, dass die Aktivitäten mit meinem Bruder Knud (beispielsweise unsere Leadership-Session "Sei eine Spielführungskraft" in den Little Big Beat Studios in Liechtenstein) großen Spaß machen und uns und unsere "Spielgefährten" weiterbringen werden.

 

Ich ahne, dass ich weitere Gedichte und Texte schreiben und für mich stimmige Wege der Veröffentlichung finden und gehen werde.

 

Ich ahne, dass ich mit meinem Vorhaben, ein neues Album aufzunehmen, erkennbare Fortschritte machen oder diese Herzens-Unternehmung gar zum Abschluss bringen werde.

 

"Wenn die neuen Zeiten anbrechen" - einer meiner Songs, die 2016 entstanden sind. In wenigen Zeilen der Abschluss dieses Jahresrückblicks und zugleich Anfang meiner Träume für das nächste Album.

 

Zuvor - wie könnte es auch anders sein! - ein Danke von Herzen für's Lesen und Zuhören.

 


 

 Genießt 2017

für das,

was es sein will.

Feiert das Leben!

 

 




Wenn die neuen Zeiten anbrechen

Ein altes Leben abgestreift.
In Lichtgeschwindigkeit herangereift.
Heute hier, morgen da.
Genau so schnell vergeht ein ganzes Jahr.

Lieber durch's traute Leben schlendern
als sich von Zeit zu Zeit verändern?
Tun wir's nicht selbst, macht es das Leben,
wenn wir grad am Gewohnten kleben.

Wir können nichts festhalten, aber Haltung bewahren.
Und uns treu bleiben in all den Jahren.
Dies ist jener Augenblick, von dem wir später sprechen,
dies ist jener Zauber, wenn die neuen Zeiten anbrechen.

Was wohl der Weg im Schilde führt,
wenn man tief in sich diesen Aufbruch spürt.
Keinen Plan, wohin es geht,
wenn man so an der Lebenskreuzung steht.

Nervöses, freudiges Gehampel
an dieser fast schon grünen Ampel.
Ein letztes Mal noch Ruhe tanken
und dann drauf los ohne Leitplanken.



Wir können nichts festhalten, aber Haltung bewahren.
Und uns treu bleiben in all den Jahren.
Dies ist jener Augenblick, von dem wir später sprechen,
dies ist jener Zauber, wenn die neuen Zeiten anbrechen.

Feste feiern, was grade ist,
weil du Ehrengast dieses Momentes bist.
Jetzt ist deins, und deins ist jetzt,
wenn du nicht mehr durch die Gezeiten hetzt.

Standhaftigkeit in allen Winden.
Bei Angst hilft nur noch Überwinden.
Planlos und doch Zukunftsvisionen
mit Mut in neue Dimensionen.

Wir können nichts festhalten, aber Haltung bewahren.
Und uns treu bleiben in all den Jahren.
Dies ist die Veränderung, von der wir später sprechen,
dies ist jener Zauber, wenn die neuen Zeiten anbrechen.


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