Von Verletzlichkeit und Leichtigkeit


Ihr Lieben! Mitte Juli habe ich den WDR-Bericht herumgeschickt.


Gegenwind, Rückenwind,...alles ziemlich relativ und letztlich spaßig für einen echten Zugvogel.
Gegenwind, Rückenwind,...alles ziemlich relativ und letztlich spaßig für einen echten Zugvogel.

Danach habe ich den Sommer für ein paar Wochen den Sommer sein lassen. In Sachen » Zugvögel « hat sich aber trotzdem was getan:

 

Ganz neu gibt's heute für euch das Video zum » Zugvögel «-Song "Verletzlichkeit".

 

Eben dieses Thema "Verletzlichkeit" ergänze ich anschließend um eine Küken-Geschichte, die mich besonders berührt hat.

 

Weitere » Zugvögel «-Begebenheiten stelle ich euch als Bilder mit Untertiteln zusammen.

 

Zum Schluss dieses Blog-Artikels folgt dann noch eine ganz konkrete Frage an euch.

 

Let's go.


"Verletzlichkeit"



Die Küken-Ankedote


Hohltauben und Ringeltauben gelten als Zugvögel. Bei Stadttauben indes handelt es sich um sog. Standvögel.

 

Aber: Küken ist Küken und Fliegen ist Fliegen.

 

Während eines Besuchs in der Hauptstadt durfte ich auf dem Balkon meiner Freunde ein Tauben-Küken bestaunen, das erst wenige Tage vor meiner Ankunft in einem zum Nest umfunktionierten Blumentopf geschlüpft war. Was eine Freude, ihm von nun Tag für Tag beim Wachsen zuzusehen...bis wir eines Nachmittags feststellten mussten, dass es sich schwer verletzt hatte. Wir konnten nur mutmaßen, wie es dazu gekommen war. In jedem Fall schockierte uns ein blutüberströmter Küken-Kopf - ein Anblick, der uns wirklich zusetzte. Internet-Recherche, Herumfragen im Bekanntenkreis und gesunder Menschenverstand führten uns wenig später zu dem Entschluss, unser Möglichstes zu tun, um das Küken zu retten, ohne dabei übertrieben aktionistisch einzugreifen in den natürlichen Gang der Dinge. Ganz konkret bedeutete das, die Stöcke aus dem Topf zu ziehen, die für das Stabilisieren der (mittlerweile vertrockneten) Pflanze vorgesehen gewesen waren und im Gegenzug Schatten spendende Maßnahmen einzuleiten. Als Interims-Lösung diente ein Regenschirm, bis im Keller ein Pappkarton auftauchte, der sich mit Klebeband am Geländer fixieren ließ. Ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem ich - um mich hier nicht mit fremden Federn zu schmücken - in assistierender Rolle zum Einsatz kam.

 

Das zitternde Küken beruhigte sich schließlich. Doch die offenen Fragen blieben, ob die Tauben-Mutter zurückkehren würde, das Tauben-Küken ausreichend versorgt werden würde und es überhaupt unversehrt genug geblieben war, um die Verletzung als solche überleben zu können.

 

Es war in den späten Abendstunden, als die Mutter endlich wieder auftauchte. Tags drauf stellten wir abermals erleichtert fest, dass die Kopfwunde aufgehört hatte zu bluten. Das Küken piepste vergleichsweise munter - mit einer Delle im Kopf, wie ich zu beobachten meinte. Meine Freunde teilten diesen Eindruck eher nicht. Sei's drum. Die Hauptsache, das Kleine lebte.

 

Der Tag der Abreise kam, und ich nahm meinen Freunden das Versprechen ab, mich über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden zu halten.

 

Das letzte Update dieser Art erreichte mich gestern Abend in Form eines Fotos. Es zeigt einen leeren Balkon. Es spräche alles dafür, hieß es, dass die Taube von dannen geflogen sei.

 

Mir ist durchaus bewusst, dass Stadttauben nicht den besten Ruf genießen und dass der Grund dafür in derselben Ursache begründet liegt wie die Balkon-Putzaktion, die mein Kumpel Jan Philipp vor ein paar Tagen zu bewältigen hatte (Ich spendier' dir dafür bei meinem nächsten Besuch ein Eis, Bro!).

 

Aber: Diese Taube war nicht irgendeine Stadttaube. Jedenfalls nicht für mich. Sie war eine sinnbildliche Antwort auf die Frage, ob man trotz Verletzlichkeit und Verletzungen überleben und mehr noch: das Fliegen erlernen kann. Demnach lautet die Antwort: JA. Man kann.

 

Im Bezug auf die » Zugvögel « heißt das für mich: Manches scheint vielleicht schwerer als gedacht. Aber letztlich ist es doch federleicht und gut genau so, wie es ist.


Momentaufnahmen


Hier nun weitere » Zugvögel «-Impressionen für euch. Die Bilder vergrößern sich durch Anklicken. Dabei tun sich äußerst lesenswerte Kommentare und Erläuterungen auf.

(Das ist maßlos übertrieben, aber irgendwie muss man euch ja neugierig machen.)


Gibt's Input von euch?


Coworking im Zug. Der Lippenstift war schon da. Ehrenwort.
Coworking im Zug. Der Lippenstift war schon da. Ehrenwort.

 

Im letzten Blog-Artikel habe ich die folgende konkrete Frage in den Raum gestellt:

 

Ich frage mich, ob ihr Lust habt auf kleine » Zugvögel «-Konzerte in euren Wohnzimmern? Anstelle von Tupperware ginge es dabei um die neuen Songs, und ihr könntet eure Freunde und Verwandten zusammentrommeln, um den Kreis der Unterstützer zu weiten.

 

Diese Frage stelle ich mir immer noch. Was meint ihr denn dazu?


Gearing up for a Geniestreich.


 

Ich möchte bis Ende dieses Jahres in die Album-Produktion gehen können. Wie ich das hinbekomme, wie WIR das hinbekommen, weiß ich noch nicht. Was ich weiß, ist, dass ich in Duisburg auf der Straße schon danach gefragt werde, wie's mit dem neuen Album läuft.

(Wenn doch nur jeder, der sich für die » Zugvögel « begeistert, auch eine - oder 10! - CDs bestellen würde...)

Vom britischen Musiker John Taylor sollen die folgenden Worte stammen:

 

"If a thing is done well, no one will ask how long it took to do it, but only, who did it."
(Wenn eine Sache gut gemacht ist, wird keiner danach fragen, wie lange es gedauert hat, sie zu machen, sondern nur, wer sie gemacht hat.)

 


Mit der nötigen Leichtigkeit einer Feder geht es also weiter.



PPS:

Wer sich für meine anderen künstlerischen/dienstleistenden Aktivitäten der letzten Wochen interessiert:



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