Es ist, was wir daraus machen.

Unterwegs zwischen dem Ernst der Lage und der Heiterkeit des Überlebens, orientiere ich mich in diesen Tagen vor allem an der Zuversicht und dem, was Kreativität kann.

 

Musikalische Darbietungen im Netz scheinen zu den emotionalen Stabilisatoren dieser Zeit zu zählen. Viele Musiker*innen –  mich eingeschlossen – werden nicht nur um ermutigende Beiträge gebeten. Sie stellen diese auch gewohnt bereitwillig zur Verfügung (s. u.).

 

Gedankenpause.

 

Wie war das noch mit der Wertschätzung und der Lücke zur Wertschöpfung. Einer Projektstelle sei Dank, bin ich derzeit gewissermaßen abgesichert. Für viele meiner Kolleg*innen indes sind dies besonders unsichere und sorgenvolle Wochen. Und damit meine ich noch unsicherer und sorgenvoller als sie es ohnehin gewohnt sind.

 

Ein Appell von Gerhart Baum spricht mir aus dem Herzen hinsichtlich der Rolle und Bedeutung unserer Kultur auch und gerade in diesen Zeiten: "Freischaffende Künstler sind systemrelevant"

 

Daran anknüpfend ein Hinweis auf die Petition "Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen durch die Coronakrise". Wenn nicht jetzt derartige Ideen in Betracht ziehen,...

 

Apropos Ideen: Das » Wir Zugvögel « Konzert im Ophardt-Auditorium in Duisburg-Ruhrort, das in der kommenden Woche stattfinden sollte, wurde nun auf den 19. September gelegt. Mehr Zeit für Vorfreude! Und Raum für die Idee, mit einem gestreamten Live-Konzert die Zeit zu überbrücken. Ob Menschen wohl bereit wären, dafür Eintritt zu bezahlen? Es käme auf einen Versuch an, schätze ich. Wagen will ich ihn wohl zu gegebener Zeit.

 

Zu den folgenden Videos hier gibt es noch zu sagen:

 

Da die Vorstellung des "Lohberg-Lieds" ("Einer von Wir"), geplant für den  23. April in der Blauen Bude in Dinslaken-Lohberg, nicht stattfinden kann, gibt es ersatzweise dieses Erklär- und Musikvideo für Interessierte und Presse und interessierte Presse.

 

Die Geschichte zu dem "Quarantäne-Song" geht so: Ein paar Studierende der Alanus Hochschule, an der ich zwischendurch als Lehrbeauftragte tätig bin, arbeiten an einem Kunstprojekt, das sich mit den aktuellen Einschränkungen befasst. Sie haben bei mir angefragt, ob ich etwas 30-Sekündiges beisteuern könne. Mir war an dem Tag nicht nach Moll.

 

"We Can Do This" ist ein Songtitel der gleichnamigen Konzerttour, die meinen Schlagzeuger-Kollegen Jens Otto und mich vor ein paar Jahren in den Libanon führte. Die Lage im Libanon war schon vor der Corona-Krise, und zwar aus politischen Gründen, besorgniserregend. Wenn ich an die wundervollen Menschen denke, die ich dort über die Jahre ins Herz geschlossen habe, beklemmt mich die Verdichtung der aktuellen Ereignisse. Nicht nur, aber auch deswegen war es mir ein Herzensanliegen, der Anfrage nachzukommen, der Anhängerschaft des deutsch-libanesischen Kulturzentrums eine musikalische Botschaft der Ermutigung zukommen zu lassen.

 

Und dann war da noch die Anfrage eines lokalen Fernsehsenders, der die Duisburger Musik-Szene beim Füllen entstandener Programmlücken um Hilfe  bat. Erstellt habe ich einen Live-Take von "Schon allein für den Mond" mit einer Auswahl von Lieblingsfotos, die ich über die Jahre hier in Duisburg gemacht habe.



Und zum Dessert: Mit ehrlich großer Freude habe ich in den letzten Wochen die Buchhandlung Scheuermann bei der Bespielung ihres Youtube-Kanals unterstützt, der mittlerweile Lesetipps bereithält und Einblicke gewährt, die vom Weitermachen in krisenhaften Zeiten zeugen, getreu dem Motto: "Lesen wir weiter".