Auszeit

Vergleichsweise viel Zeit ist vergangen seit meinem letzten Blog-Eintrag.

 

Mittlerweile zurück aus dem Urlaub und erholt wie schon lange nicht mehr, frage ich mich allerdings so gar nicht, wo sie geblieben ist, die Zeit zwischen April und August.

  • Schulaktivitäten als "durchlaufender", wenn auch abwechslungsreicher und anspruchsvoller Posten
  • eine weitere Video-Produktion für die Buchhandlung Scheuermann (diesmal eine Sommer-Ausgabe des beliebten "Seiten-Streifen")
  • ein weiteres (Online-) Kunstmodul für die Hochschule über kreative Methoden bzw. Kreativität als Haltung
  • meine persönliche Ausbildung zur Mediatorin

Zeit zu schreiben, zu komponieren, zu produzieren und zu fotografieren war auch. Aber: Da geht noch mehr, viel mehr – in den nächsten Wochen und Monaten, so der Plan, für das Fließgleichgewicht zwischen dem Innen und Außen (s. unten). Und für das Fliegen-Gewicht (s. links).

 

In einer künstlerischen oder sonst wie gearteten Blase will ich so oder so oder so nicht sein.

 

Natürlich beschäftigt auch mich, was Corona gesellschaftlich und menschlich zutage fördert, verfolge auch ich den Wahlkampf für die Bundestagswahl mit Fragezeichen und besorgt auch mich, wie wir mit unserem Planeten und der Zukunft unserer Kinder umgehen.

 

Sicher war die Auszeit, die mein Blog sich genommen hat, auch ein Ausdruck von "Was soll ich dazu sagen?". Zu dem gerade erwähnten und zu so vielem anderen. Dem Libanon beispielsweise, den ich durch Konzertreisen in mein Herz geschlossen habe und dessen Menschen in einem ohnehin schon durch korrupte Politik, Wirtschaftskrise und Pandemie gebeutelten Land ein Jahr nach der verheerenden Detonation in Beirut irgendwie, ja irgendwie weitermachen müssen.

 

Komposition aus dem April
Komposition aus dem April

Hm. Jede:r von uns steht an einem anderen Punkt und muss von dort aus Wege finden, weiterzumachen. Mit der Betonung auf machen, wie so oft. Und oft so schwer.

 

Entscheidender noch ist für mich die Frage: Finden wir dabei auch Wege, uns weiter zu machen? Unsere Sichtweise, unsere Haltung und ja natürlich, unsere Herzen?

 

Ein kurzer Blick auf die Grabenkämpfe, die sich Menschen beispielsweise auf Twitter in Form von Hashtags jeden Tag aufs Neue liefern, und die Frage nach dem Immer-Weitermachen oder dem Immer-Weiter-Machen scheint mir durchaus berechtigt. Und sie ist wohl so lange nicht selbstgerecht, wie ich mich selbst daran erinnere, mich immer wieder und weiter aufzumachen (in zweierlei Wortsinn). Die Erfahrung lehrt ja: Je voller sich die eigene Nase anfühlt, desto schneller sollte sich daran gefasst werden.

Will heißen:

 

Ganz gleich, wo wir stehen: Wir sind nicht die Besseren, indem wir uns dafür halten. Bemühen wir uns lieber um eine immer bessere Haltung von Weite, Besonnenheit und, ich leg noch einen drauf, Güte.

 

Und so weiter.

 

Immer w e  i   t    e     r.

 

 

 

P. S.: