In Ordnung und immer im Begriff zu wachsen

[...]

 

Weil die Liebe und
der Mut
Kräfte sind
des selben Wachstums
Nach vorne
Nach oben

Weil das Schweigen und
das Tun
Ausdruck sind
der selben Entscheidung
zu geben
Auch ungesehen

 

[...]


aus meinem Gedicht In Ordnung

 

Dem Podiumsgespräch entlehnt, an dem ich unlängst für die Brost-Stiftung mitgewirkt habe, könnte dieser Blog-Artikel auch beginnen mit:

 

Wann, wenn nicht wir?

 

Weitwinkel gen Zukunft, ob es nun um die Identität des Ruhrgebiets oder unsere Stimme für die Bundestagswahl geht.

 

Zunächst zur Bundestagswahl. Fällt es mir – noch dazu als Sängerin – schwer, meine Stimme abzugeben? Nicht, wenn ich damit den Kindern und Jugendlichen Gehör verschaffen kann. In der Tat vermisse ich schmerzlich das In-den-Blick-Nehmen unserer Mitmenschen unter 18 in Zeiten von Corona und Wahlkampf.

„Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den Schwächsten ihrer Glieder verfährt.“, soll Gustav Heinemann, ehemaliger Bundespräsident, einst gesagt haben.

Ich sage: Unsere Kinder kommen in diesen Zeiten zu kurz. Viel zu kurz. Ich will nicht glauben, dass unser Bestes ist, was wir da in den letzten Monaten gegeben haben. Das kann nicht unser Bestes sein. Schon mal gar nicht in einem Jahr, in dem ein neuer Bundestag gewählt wird.

Wo sind die Coronahilfen, mit denen wir beispielsweise den Kindern ein Signal der Wertschätzung senden? Ein Buch ihrer Wahl meinetwegen, auf diese Weise sogar den lokalen Buchhandel wie die Buchhandlung Scheuermann unterstützend.

 

Ist schon ein paar Monate her, dass ich diese Gedanken verfasst habe, in vielerlei Hinsicht haben sie leider ihre Gültigkeit behalten (Die Erwachsenen sind die Kinder).

Damit zur Identität des Ruhrgebiets. Wolfram Eilenbergers Das Ruhrgebiet – Versuch einer Liebeserklärung ist für meinen Geschmack ein ziemlich gelungener Blick auf unsere Region. Wer sich aufrichtig-interessiert mit dem "Pott" befasst, kommt an der Vergangenheit nicht vorbei. Auch Eilenberger nicht. Umso erfreulicher für mich als Leserin, dass er das in aufschlussreicher Weise bewerkstelligt, indem er damit nämlich die Tür öffnet für Fragen und Zukunftsperspektiven, die es schlichtweg in sich haben.

„Die stillgelegten Anlagen gelten heute als Denkmal, sie könnten aber bald zum Mahnmal werden und dann wird diese heroisierte Darstellung des Bergbaus kritisch umgedeutet zu einem Symbol für fossilen Kapitalismus“, so Eilenberger im Rahmen unserer Podiumsdiskussion, um kurze Zeit später auf männliche Vergangenheit (Stichwort "Kumpel") und weibliches Potenzial zu sprechen zu kommen.

Ruhig mal einen Moment wirken lassen.

Meine Einschätzung: Wer es philosophisch-anspruchsvoll mag, wird die Betrachtungen Eilenbergers als Einladung in neue, lohnenswerte Gedankengänge über Tage erleben, die das Zeug dazu haben, sich zu erfrischenden eigenen zu entwickeln.

Und: Ich habe mich wohlig erinnert gefühlt an mein eigenes Ankommen und Verlieben hier in Duisburg.

„Es geht darum, einfach loszulegen und zu machen. Die entscheidenden Ideen entstehen im Tun!“, werde ich in der Rückschau der Veranstaltung zitiert.

Die Entstehung meines Albums » Wir Zugvögel « ist dazu eine meiner bisher eindrucksvollsten Erfahrungen, und auch sie beinhaltete Vergangenheit und Zukunft des Ruhrgebiets – am Beispiel von Dinslaken-Lohberg:


Damit zu ein paar Herzens-Hinweisen:

 

Thomas Egelkamp, Professor und Künstler-Kollege, der mich seinerzeit als Lehrbeauftragte an die Alanus Hochschule geholt hat, ist im Juli nach längerer Krankheit verstorben. Ich habe Thomas sehr geschätzt für seine Hingabe, Dimension und Herzenswärme. Sein künstlerisches Schaffen, sein Engagement an der Hochschule und sein Umgang mit dem Sterben haben mich bis zuletzt tief beeindruckt. Deswegen möchte ich an dieser Stelle auf seine Stiftung Artepreneur für Kunst, Transformation und Vermittlung hinweisen.

 

Und da wir gerade bei wahrhaftigen Dingen sind:

 

Ted Lasso schon kennen und lieben gelernt? Eine Serie gegen den Zynismus, in der es beim zweiten Eindruck überhaupt nicht um Fußball geht.

 

Das Ich, das du nicht siehst...sollte gesehen werden.

 

Schließlich noch der Hinweis, dass ich auf Wunsch einer Person, die gerne Postkarten von mir verschenkt, zwei besonders beliebte Motive habe nachdrucken lassen. Was das Foto rechts nicht erkennen lässt: Die Karten sind versehentlich doppelt so groß ausgefallen wie geplant, nämlich in A 6.

 

Doppelt so viel Mut und Liebe. In Ordnung. Der Kreis schließt sich. So habe ich's am liebsten.

 

P. S.: Postkarten-Interessierte melden sich bitte per Email bei mir.

 

 

 

P. S.: Sehen wir uns?



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In Ordnung und immer im Begriff zu wachsen

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Weil die Liebe und
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Kräfte sind
des selben Wachstums
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Weil das Schweigen und
das Tun
Ausdruck sind
der selben Entscheidung
zu geben
Auch ungesehen

 

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Auszeit / In Ordnung

Auszeit

 

Aus Zeit
wird ein Schritt
dann zwei
drei
vier
in das alte Unbekannte
das so
viel erhebender ist
als neu
Nicht Kraft
sondern Ausdauer
macht aus Dauer
Fortschritt
macht aus diese Kilo-Metern
dein
Fliegen-Gewicht


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Auszeit

Vergleichsweise viel Zeit ist vergangen seit meinem letzten Blog-Eintrag.

 

Mittlerweile zurück aus dem Urlaub und erholt wie schon lange nicht mehr, frage ich mich allerdings so gar nicht, wo sie geblieben ist, die Zeit zwischen April und August.

  • Schulaktivitäten als "durchlaufender", wenn auch abwechslungsreicher und anspruchsvoller Posten
  • eine weitere Video-Produktion für die Buchhandlung Scheuermann (diesmal eine Sommer-Ausgabe des beliebten "Seiten-Streifen")
  • ein weiteres (Online-) Kunstmodul für die Hochschule über kreative Methoden bzw. Kreativität als Haltung
  • meine persönliche Ausbildung zur Mediatorin

Zeit zu schreiben, zu komponieren, zu produzieren und zu fotografieren war auch. Aber: Da geht noch mehr, viel mehr – in den nächsten Wochen und Monaten, so der Plan, für das Fließgleichgewicht zwischen dem Innen und Außen (s. unten). Und für das Fliegen-Gewicht (s. links).

 

In einer künstlerischen oder sonst wie gearteten Blase will ich so oder so oder so nicht sein.

 

Natürlich beschäftigt auch mich, was Corona gesellschaftlich und menschlich zutage fördert, verfolge auch ich den Wahlkampf für die Bundestagswahl mit Fragezeichen und besorgt auch mich, wie wir mit unserem Planeten und der Zukunft unserer Kinder umgehen.

 

Sicher war die Auszeit, die mein Blog sich genommen hat, auch ein Ausdruck von "Was soll ich dazu sagen?". Zu dem gerade erwähnten und zu so vielem anderen. Dem Libanon beispielsweise, den ich durch Konzertreisen in mein Herz geschlossen habe und dessen Menschen in einem ohnehin schon durch korrupte Politik, Wirtschaftskrise und Pandemie gebeutelten Land ein Jahr nach der verheerenden Detonation in Beirut irgendwie, ja irgendwie weitermachen müssen.

 

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Von Schwer- und Leichtkraft

Entscheidungen
getroffen
wie neue Freunde
die deine Begleiter wurden
auf diesem Weg
der keiner ist
weil er keine Umkehr zu-
und keine Frage offen
lässt
und immer sagt:
Du bist

Vielleicht
ist viel
schwer
damit du hier sein kannst
Oder weiß die Feder
leicht
wie sie ist
dass sie da ist
immerzu fortgeweht
auf diesem Weg
der keiner ist?

Du bist
ein Mensch
der keiner ist
weil er keine Umkehr zu-
und keine Frage offen
lässt
Du bist hier
Du
Bist

Weg

 

Aus einer Idee werden viele: "Die Idee von einem Leben" ist da!

Ich erinnere mich, wie ich 2017 nach einem Vortrag zum Thema "Kreativität als Haltung" vor einer Gruppe von Musik- und Kunstschulleitungen in Wien darauf angesprochen wurde, ob ich meine Erfahrungswerte und Erkenntnisse nicht in eine Form gießen könne, mit der ich noch mehr Menschen erreiche als in meinen Workshops und Vorträgen.

Von den ersten Liedideen meiner Kindheit über Konzerte mit eigener Band, Alben und Auftragsproduktionen bis hin zu pionierhaften künstlerischen Einsätzen in Wirtschaft und Organisationen, Workshops und Vorträgen,...und nun: diesem kompakten, illustrierten Buch.

Die Veröffentlichung eines Buches gehört nicht erst seit damals in Wien zu meinen Vorhaben. Meine bisherige Arbeit daran ist vergleichsweise wortreich – ein Findungs- und Reifeprozess, dem ich seine Zeit gebe.

Im Vakuum des ersten Lockdowns vor einem Jahr ist als eine Art Zwischenziel dieses Buch hier geboren – ein knackiger Text mit eigenen Illustrationen.

Wenn Ihr so wollt, gehört "Die Idee von einem Leben" zu den künstlerischen Antworten, die ich auf diese fragende Zeit gebe.

Ich finde ja, Bücher sind wie Teebeutel und die Lesenden die Gefäße, in denen sich Geschichten und Ideen ausweiten, in denen sie ihren Geschmack, ihre Farbe und ihre Wirkung entfalten. Ganz in diesem Sinne hoch die Tassen!

 

"Die Idee von einem Leben" ist ab sofort und exklusiv zum Preis von € 10,00 in der Buchhandlung Scheuermann erhältlich.

 

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Entstehen

Vielleicht liegt es am bevorstehenden Osterfest und der Idee der Auferstehung, dass ich in dieser Woche über das Wort "Entstehen" nachdenke. Viele Wörter, die mit der Silbe "ent" beginnen, beschreiben ja, dass etwas rückgängig gemacht wird: entrümpeln, entschuldigen, entwickeln und dergleichen.

 

Geht es konsequenterweise beim "Entstehen" darum, dass nicht länger gestanden wird?

 

Sich entstehen. Das könnte eine Mischung sein aus der Neugier auf das Unbekannte in uns und dem Entschluss, nicht die eigene Lebendigkeit einzubüßen – beispielsweise im sich einstellenden Stillstand.

 

Vielleicht entstehe ich mich.

 

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"Rockdown"

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Zwischen den Zeiten

Das Jahr kommt zur Ruh',
weilt zwischen den Zeiten,
doch strebt immerzu
nach größeren Weiten.
Geschützt, geliebt und angeleitet.
In jedem Schicksal sanft begleitet.
Das Leben gelegt
in unsere Hände.
Mit Güte gehegt
von Anfang bis Ende.

Weil hoffender Mut
den Wandelnden segnet,
der Ebbe und Flut
vertrauend begegnet.
In jedem Jahr, das weiterschreitet,
der Weg uns heute vorbereitet.
Begonnen im Nichts
die Kräfte gefunden.
Im Antlitz des Lichts
die Nacht überwunden.

So komm ich zur Ruh',
hier zwischen den Zeiten,
doch streb immerzu
nach größeren Weiten.
Geschützt, geliebt und angeleitet.
In meinem Schicksal sanft begleitet.
Das Leben gelegt
in meine Hände.
Mit Güte gehegt
von Anfang bis Ende.

"Zwischen den Zeiten"

Was war in 2020 nicht alles anders und fremd...

 

Dass ich im Dezember keinen weihnachtlichen Newsletter verschickt, noch zur Jahreswende einen Jahresrückblick erstellt habe, gab es so noch nicht. 

 

Dafür habe ich zwischen den Jahren, also „Zwischen den Zeiten“, gedichtet und komponiert, ja künstlerisch gespielt wie schon lange nicht mehr. 

 

Und siehe da – zwei Wochen auftankender Ruhe und kreativer Verwertung später fällt mein Blick auf 2020 weniger erschöpft und umso dankbarer, versöhnter aus.

 

Viel Videoschnitt gehörte 2020 dazu – für meine Lieblingsbuchhandlung Scheuermann, für die Grundschule, an der ich mit einer halben Projektstelle wirke, und im Rahmen von Aufträgen, die zwecks künstlerischer Lösungen an mich herangetragen wurden. 

In Zeiten ohne Live-Auftritte den Eigenbedarf nicht zu vergessen, Videos als künstlerische Ausdrucksform zu ergründen. Der Lese-Film „Die Idee von einem Leben“ beispielsweise als Inszenierung eines Gedankengangs — vertrautes Neuland, belebend aufregend.

 

Klavier habe ich gespielt überall dort, wo es ging – viel an der frischen Luft also. Ich kann mir kaum ein dankbareres Publikum vorstellen als die Kinder an der Schule. Sie waren es auch, die mich auf die Idee brachten, „For the baby“ möglichst niederschwellig online zu stellen. Es handelt sich dabei um das Klavieralbum, das ich vor fünf Jahren anlässlich der Geburt meines Patenkindes aufgenommen habe. 

 

Weitere Gedichte sind im Laufe des Jahres entstanden. "Was ich kann" wurde gar zum Weihnachtsgedicht und dann zum Video für den Online-Adventskalender im Kreativquartier Ruhrort (s. u.).  

 

Da erwähne ich gleich noch die beiden Texte, die ich verfasst habe – einen literarischen im Sommer („Im Rückblick“) und einen gesellschaftlichen kurz nach Beginn des harten Lockdowns im Dezember („Die Erwachsenen sind die Kinder“, s. u.).

 

Auch » Wir Zugvögel « sind weiter ihrer wundersamen Wege geflogen und landeten zum Ausklang des Jahres, gewissermaßen überwinternderweise, unter Tannenbäumen – als Weihnachtsgeschenke.

 

Noch so einige Begebenheiten lassen sich in den Blog-Artikeln der letzten Monate nachvollziehen oder zumindest erahnen.

 

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Ungefügig / Veränderung

Ungefügig

 

Schöpfung
in der Erschöpfung
Was ist schon Müdigkeit
zu einer Zeit
da wir uns geschafft aufmachen
und als schaffend aufwachen
standhaft
voller Kraft
mit steter Bewegung
in der Aufregung
durch und durch lässig
im Geiste, im Herzen durchlässig
ungefügig
großzügig


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Was der Abschied sieht

Der Abschied
sieht
das Leihen,
das liebende Verzeihen

Der Abschied
sieht
bewusst
Freude und Verlust

Der Abschied
sieht
das geschenkte,
himmlisch Gelenkte

 

Veranstaltungshinweis und "Hauptsache, Kunst erreicht die Herzen"

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Mit herzlichen Grüßen von Onkel Johannsen

Das Telefon klingelt und am anrufenden Ende wird ein Herr vorstellig. Seine Anfrage sei auf ein Ereignis vor acht Jahren zurückzuführen. Da stellte eine Radiosendung die Anke Johannsen Band und ihr damaliges Album „Es war einmal...“ vor. Gespielt wurde der Song „Wiedersehen“. Gehört wurde er an jenem Abend von einer Person, die sich den Namen „Onkel Johannsen Band“ merkte und einem Kollegen davon berichtete. Acht Jahre und eine Internet-Recherche später kontaktiert mich dieser Kollege mit einem musikalischen Anliegen.

Das mit der Musik und der Kreativität mache ich ja schon seit einigen Jahren. Kreise und Bögen wie diese verblüffen mich bis heute. Sie gehören zu den größten Freuden meines Berufes.

 

Mir kommt dazu eine Aussage in den Sinn. Aufgeschnappt vor einigen Jahren, kann ich deren Urheber*in ich leider nicht mehr ausfindig machen. Eingeprägt habe ich mir deren Wortlaut so:


Miss dein Tagwerk nicht an dem, was du geerntet hast, sondern an dem, was du gesät hast.


Khalil Gibrans Zitat, das mir eine Freundin ans Herz gelegt hat, geht in eine ähnliche Richtung. Ich habe mittlerweile so eine Idee davon, was das für mein Schaffen bedeuten könnte. Was bedeutet es für Euch? Mich interessiert das. Schreibt mir.

 

Unterwegs zwischen Saat und Ernte, noch ein paar rückblickende Momente:


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Gedankenpause

Eine Zeitung hier in Duisburg hat gestern einen Artikel über mein » Wir Zugvögel « Konzert am vergangenen Samstag abgedruckt und mir dabei „platte Texte“ attestiert. Das hat mich nicht nur verblüfft, sondern war auch der Ausgangspunkt für eine ganze Reihe von Gedanken.

Einer der humorvolleren ist: „Was, wenn nicht platte Texte, waren bei der Vorstellung einer Platte denn zu erwarten?“

Aber es gibt eben auch die ernsten. Und weil diese Gedanken hoffentlich sehr viel größer sind als der Verdacht, ich könne nicht mit Kritik umgehen, möchte ich sie mit Euch teilen.

Es geht in diesen Zeilen nicht um die Grenze zwischen Journalismus und Zynismus, auch wenn ich darauf gerne eingehen würde.

Es geht um unseren Umgang mit Sensibilität.

Meine Vorträge, Moderationen und Aufträge in der Wirtschaft führen mich mit einer Vielzahl von Menschen zusammen. Regelmäßig vertrauen sie sich mir zwischen beruflicher Überforderung und persönlicher Sinnsuche an.

Jedes Mal wieder staune ich, wenn hinter einem routiniert-uninspirierten Auftreten ein verletzlicher Mensch voller Ideen zutage tritt.

Dabei wiegt für mich beides gleich schwer: meine Freude auf der einen Seite, dass sich Menschen in meinem Beisein derart öffnen und ihrem inneren Ausdruck verleihen; meine Betroffenheit auf der anderen Seite, dass sie sich das offenbar nur sehr selten trauen.

Und dann ist da noch die Grundschule, an der ich seit eineinhalb Jahren in Form musikalisch-kreativer Aktivitäten wirke.

Vormittags mit den Erstklässlern am Klavier, nachmittags mit den Agentur-Chefs beim sinnhaften Hinterfragen ihres Geschäftsmodells.

Es ist, als schlüge das Leben Woche für Woche, direkt vor meinen Augen, einen Bogen zwischen der anfänglichen Unbeschwertheit der Kinder und der fortgeschrittenen Versehrtheit der gerade erwähnten Erwachsenen. Ich sehe, wie die Kinder die Strategien der Erwachsenen übernehmen, wie auch sie beginnen, die eigenen Empfindungen zu verklausulieren.

Und Woche für Woche frage ich mich: Wie können wir dennoch Raum geben für Sensibilität und Verletzlichkeit? Wie können wir hier und dort einen Raum schaffen, in dem sich Menschen trauen, die zu sein, die sie sind oder sein mögen?

Heute frage ich das Euch. Euch, von denen ich ahne, dass Euch diese oder ähnliche Themen umtreiben; die Ihr hier in Duisburg lebt und/oder mir von Zeit zu Zeit mit Euren Anliegen über den Weg lauft; die Ihr mir poetische Botschaften tiefer Wertschätzung sendet; die Ihr zu Tränen gerührt nach Konzerten vor mir steht; die Ihr mir in beruflichen Gefilden begegnet (seid) mit all Eurem Menschsein.

Gedankenpause.

Kurioserweise hat der Autor des erwähnten Artikels die folgenden Zeilen für „platt“ befunden:
„Teilen ja, urteilen nein.
Bewertung muss nicht sein.“

Es entbehrt einer gewissen Ironie nicht, dass er sie für abgedroschen hält, während der bewertende Ton seines Artikels deren Aussage unterstreicht.

Vielleicht ist das, was wir oberflächlich als platt erachten, ja auch Ausdruck von Klarheit, sobald wir uns darauf einlassen?

Ich stehe selbstredend voll und ganz hinter diesen Reimen: Ich finde, wir sollten lernen, uns mitzuteilen, ohne einander dafür zu verurteilen. Bewertungen bringen uns nicht weiter. Erfahrungen indes schon:
„Was ist schon groß und klein?
Für jede Ehrenrunde
gibt‘s ne Sonderurkunde“,
geht der zitierte Song „Mit 103“ übrigens weiter.

An dieser Stelle darf, ja muss auch mein Herz als Texterin noch zu Wort kommen mit einer Gegendarstellung:

Es gibt einen Unterschied zwischen einer platten Phrasendrescherei, die ohne (Tief-) Grund und auf Verdacht zusammenschustert, und einer klaren Botschaft, die einer umfänglichen Auseinandersetzung folgend und bisweilen pointiert formuliert wird. Und ja, vielleicht wird dabei auf intellektuelle Nebelbomben sprachlicher Art verzichtet – beispielsweise der Erkenntnis entspringend, dass die wichtigen Dinge im Leben keiner Fremdwörter bedürfen. Diese klare, eindeutige Festlegung auf wenige Worte wäre im Auge jüngster Ereignisse sogar Ausdruck einer mutigen Haltung, die in Kauf nimmt, unterschätzt zu werden.

Gedankenpause.

Wäre es eigentlich „platter Journalismus”, wenn man kein Wort darüber verlöre, wie wundervoll Anja Schröders Cello klang und die Herzen ergriff? Wenn man es unter den Tisch fallen ließe, was Jens Otto aus der kleinen Kiste von Cajòn herausholte und mit kleinem Besteck zu reißen imstande war? Wenn man es unerwähnt ließe, dass anstelle der ursprünglich geplanten 2 x 45 Minuten 80 Minuten am Stück bestritten werden mussten und dies ein Kraftakt war, den das durchgängig maskierte Publikum ebenso wie die Musizierenden ganz im Sinne der Kultur auf sich zu nehmen bereit waren? Wenn man es unterließe, ins Publikum hineinzuhorchen, um zu erfahren, dass es über weite Strecken zu Tränen gerührt war? Wenn man das Konzert gar vorzeitig verließe oder es vor seinem Urteil versäumte, sich allen Liedtexten zu widmen?

Den Nachnamen der Künstlerin mehrfach falsch zu schreiben – das, wahrlich, wäre platt.

 

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"So geht Vereinbarkeit!"

"So geht Vereinbarkeit!" – mit dieser entschlossenen Aussage geht eine Veranstaltung von XING in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Frau & Beruf Mittlerer Niederrhein an den Start. Wer mich kennt, weiß allerdings, dass ich bei meinen Vorträgen vor allem entschlossen bin in Sachen offener Austausch. Ich gehe fest davon aus, dass wir zu sehr individuellen Ideen und Handhaben gelangen werden.

 

Und genau darauf freue ich mich.


Statt findet dieser Expertendialog am Montag, den 24. August ab 18:00 Uhr auf dem Stautenhof in Willich.


Die Teilnahme kostet 12 €.

Anmeldung für Xing-Mitglieder

Anmeldung für Nicht-Xing-Mitglieder

"Live. Love. Beirut."

Erinnerungen aus 2014 und 2016

 

Mit tiefer Betroffenheit und großer Liebe denke ich heute an die so lebensfrohen, mutigen und starken Menschen, die ich auf meinen Reisen in den Libanon und bei meinen Konzerten in Beirut erlebt und ins Herz geschlossen habe.

 

Der Rest ist schweigendes Mitgefühl.

 

Das eingelöste Versprechen

Ganz oben
angekommen,
gleicht das Panorama der Berge
dem Blick auf das Meer.

Dann ist die innere Weite
keine Sehnsucht mehr,
sondern
das eingelöste Versprechen

von Freiheit.

 

Von einem Jetzt zum nächsten

 

Mal im Norden mit Blick auf das Meer, mal im Süden mit Blick auf die Alpen. Und immer wieder Duisburg mit seinem Wasser und Licht.

Drei Monate seit dem letzten Blog-Artikel, das gab‘s länger nicht.

Einerseits war es zwischenzeitlich ganz schön trubelig und anstrengend. Außergewöhnliche Zeiten erfordern Einsatzbereitschaft. Damit meine ich nicht nur, aber vor allem mein Wirken an der Schule.

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Es ist, was wir daraus machen.

Unterwegs zwischen dem Ernst der Lage und der Heiterkeit des Überlebens, orientiere ich mich in diesen Tagen vor allem an der Zuversicht und dem, was Kreativität kann.

 

Musikalische Darbietungen im Netz scheinen zu den emotionalen Stabilisatoren dieser Zeit zu zählen. Viele Musiker*innen –  mich eingeschlossen – werden nicht nur um ermutigende Beiträge gebeten. Sie stellen diese auch gewohnt bereitwillig zur Verfügung (s. u.).

 

Gedankenpause.

 

Wie war das noch mit der Wertschätzung und der Lücke zur Wertschöpfung. Einer Projektstelle sei Dank, bin ich derzeit gewissermaßen abgesichert. Für viele meiner Kolleg*innen indes sind dies besonders unsichere und sorgenvolle Wochen. Und damit meine ich noch unsicherer und sorgenvoller als sie es ohnehin gewohnt sind.

 

Ein Appell von Gerhart Baum spricht mir aus dem Herzen hinsichtlich der Rolle und Bedeutung unserer Kultur auch und gerade in diesen Zeiten: "Freischaffende Künstler sind systemrelevant"

 

Daran anknüpfend ein Hinweis auf die Petition "Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen durch die Coronakrise". Wenn nicht jetzt derartige Ideen in Betracht ziehen,...

 

Apropos Ideen: Das » Wir Zugvögel « Konzert im Ophardt-Auditorium in Duisburg-Ruhrort, das in der kommenden Woche stattfinden sollte, wurde nun auf den 19. September gelegt. Mehr Zeit für Vorfreude! Und Raum für die Idee, mit einem gestreamten Live-Konzert die Zeit zu überbrücken. Ob Menschen wohl bereit wären, dafür Eintritt zu bezahlen? Es käme auf einen Versuch an, schätze ich. Wagen will ich ihn wohl zu gegebener Zeit.

 

Zu den folgenden Videos hier gibt es noch zu sagen:

 

Da die Vorstellung des "Lohberg-Lieds" ("Einer von Wir"), geplant für den  23. April in der Blauen Bude in Dinslaken-Lohberg, nicht stattfinden kann, gibt es ersatzweise dieses Erklär- und Musikvideo für Interessierte und Presse und interessierte Presse.

 

Die Geschichte zu dem "Quarantäne-Song" geht so: Ein paar Studierende der Alanus Hochschule, an der ich zwischendurch als Lehrbeauftragte tätig bin, arbeiten an einem Kunstprojekt, das sich mit den aktuellen Einschränkungen befasst. Sie haben bei mir angefragt, ob ich etwas 30-Sekündiges beisteuern könne. Mir war an dem Tag nicht nach Moll.

 

"We Can Do This" ist ein Songtitel der gleichnamigen Konzerttour, die meinen Schlagzeuger-Kollegen Jens Otto und mich vor ein paar Jahren in den Libanon führte. Die Lage im Libanon war schon vor der Corona-Krise, und zwar aus politischen Gründen, besorgniserregend. Wenn ich an die wundervollen Menschen denke, die ich dort über die Jahre ins Herz geschlossen habe, beklemmt mich die Verdichtung der aktuellen Ereignisse. Nicht nur, aber auch deswegen war es mir ein Herzensanliegen, der Anfrage nachzukommen, der Anhängerschaft des deutsch-libanesischen Kulturzentrums eine musikalische Botschaft der Ermutigung zukommen zu lassen.

 

Und dann war da noch die Anfrage eines lokalen Fernsehsenders, der die Duisburger Musik-Szene beim Füllen entstandener Programmlücken um Hilfe  bat. Erstellt habe ich einen Live-Take von "Schon allein für den Mond" mit einer Auswahl von Lieblingsfotos, die ich über die Jahre hier in Duisburg gemacht habe.

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Im Tal der Freiheit / Das Summen von allem

Im Tal der Freiheit

 

Du
hältst dich
an dir selbst fest.
Das ist keine Haltung.
Du bist eine Festung
von Ängsten.
Du darfst
anders
sein.
Von innen
nach außen.
Du bist, was du liebst.
Was du von dir gibst.
Und nur das.
So viel.


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Ideenmut

Ideen sind gefragt – in diesen Wochen häufiger, wendiger, umsichtiger, zuversichtlicher und mutiger als es die meisten von uns je zuvor erlebt haben.

 

Einschränkungen und Ungewissheit sind, was sie sind. "Wir können nicht sicher sein. Uns fällt sicher was Besseres ein." – eine Idee aus dem alten Jahr mit ganz neuer Färbung.

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RP und Rundschau Duisburg

Eine Album-Kritik von Olaf-Reifegerste in der Rheinischen Post  gibt es zu vermelden und eine ausführliche Konzert-Ankündigung in der Duisburg Rundschau anlässlich des Konzertes im Kreativquartier Ruhrort (Samstag, 25. April, 20 Uhr – Ophardt Auditorium, Hafenstr. 69, 47119 Duisburg-Ruhrort).

 

An diesem Konzert begleiten werden mich:

Jens Otto (Percussion) und Anja Schröder (Cello), die auch an den Studioaufnahmen mitgewirkt haben.

 

Tickets kosten 15 Euro/erm. 10 Euro und sind hier erhältlich.


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Thank you for your sunshine, Lotti.

Madame Lotti Adaimi ist gestern verstorben.

 

Ich übertreibe nicht, wenn ich schreibe, dass mich meine insgesamt fünf Konzertreisen in den Libanon zu der Künstlerin gemacht haben, die ich heute bin.

 

Das hat vor allem mit Lotti zu tun, die der Liebe wegen vor vielen Jahrzehnten entschied, den Libanon zu ihrer Heimat zu machen.

 

Hingebungsvolle Musikerin und Malerin mit deutschen Wurzeln, gelang es Lotti über Jahrzehnte, in einem Land zu bestehen und Veränderungen zu verkörpern, in dem die Rolle der Frau eine wahrlich andere ist als in unseren Gefilden. Mit Klugheit, Kreativität und unendlich viel Kraftaufwand baute sie u. a. eine deutsche Schule und ein Kulturzentrum in Jounieh auf. Unermüdlich schuf sie Brücken zwischen den Kulturen und ließ sich selbst vom 15 lange Jahre andauernden Bürgerkrieg nicht beirren.


Einer Kulturträgerin wie ihr wollte man an den Lippen hängen, wenn sie des Abends bei ihrem geliebten Glas Arrak aus dem Fundus ihrer Erfahrungsschätze berichtete. Müsste ich unsere Begegnungen und Gespräche unter eine Überschrift stellen, es wäre dieser tiefe Eindruck:


Was eine Einzelne kann.

 

In ihrem Auftritt mag Lotti bisweilen unnahbar oder wirsch gewirkt haben – wenn es beispielsweise um das Umsetzen ihrer Ideen ging. Die Lotti, die ich erlebt und schätzen gelernt habe, war indes vor allem: voller Liebe. Voller Liebe für die Kunst, für die Freiheit und für jene, die es ehrlich mit ihr meinten.

 

Meine letzte Konzertreise fand 2017 statt. Ich erlebte eine niedergeschlagene und erschöpfte Lotti, der der Verlust ihres geliebten Ehemannes Faouzi zusetzte. Unser Abschied war ein liebevoller und für mich auch bewusster.


Dieses Gedicht habe ich 2016 im Libanon geschrieben, bei einem Konzert in Jounieh vorgetragen und Lotti gewidmet. Sie hat es sehr gemocht. Noch mehr gemocht hat sie, glaube ich, mein Lied „Thankful for the sunshine, thankful for the rain.“ Sie hat es mich immerzu für sie spielen lassen und es dann vor sich hin geträllert.


Thank you for your sunshine, Lotti. Thank you for YOU.

Ich verneige mich vor Deiner Lebensleistung und trage Dich im Herzen.

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Neues Album: » Wir Zugvögel « sind da!

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Von "Ruhrgebiete", Studioaufnahmen und der bevorstehenden Veranstaltung: "Wie wollen wir in Zukunft arbeiten?"

Seine "Ruhrgebiete" hat Autor Lucas Vogelsang Mitte Oktober bei der lit.RUHR in Essen (Bericht der Brost Stiftung) und an der Alten Mühle in der Dong in Neukirchen-Vluyn (Bericht der RP) vorgestellt und mich dabei mit auf die Bühne genommen. Denkanstoßende Höhepunkte mit Tiefgang und der ein oder anderen Gelegenheit zum Lachen.

 

Es folgten wenige Tage später die Aufnahmen für » Wir Zugvögel «. Finde kaum Worte und empfinde umso mehr Dankbarkeit für diese großartigen, gänzlich im Dienst der Musik wirkenden Menschen, mit denen konzentriertes, humorvolles und professionelles Kreieren möglich war: Jens Otto (Schlagzeug), Thomas Wille (Bass, Tuba), Anja Schröder (Cello) und Thomast Kern (Studio K, Frechen).

 

Ein paar Gesangsaufnahmen stehen noch aus, dann geht's ans Mischen. Der Plan lautet: Pünktlich zu Weihnachten bekommen alle Albumpat*innen ihre vorbestellten Alben zugeschickt. Sieht gerade ziemlich gut aus, dass wir das schaffen - und klingt vor allem gut.

 

In den kommenden Tagen geht es bei mir zum zweiten Mal für ein paar Tage an die Alanus-Hochschule. Dort arbeite ich mit den Studierenden zum Thema "Komposition und Improvisation". Während es sich dabei um eine geschlossene Veranstaltung handelt, heißt diese Veranstaltung hier alle Interessierten willkommen:

 

Werkstatt: "Wie wollen wir in Zukunft arbeiten?"

Donnerstag, 14. November, 14:00 - 17:00 Uhr

Martinstift Musikschule Moers, Großer Saal
Filderstraße 126, 47447 Moers

 

Veranstalter:

Niederrheinische IHK Duisburg-Wesel-Kleve zu Duisburg und das Kompetenzzentrum Frau und Beruf Niederrhein

 

Der Workshop bewegt sich zwischen digitaler Wendigkeit und menschlicher Notwendigkeit, widmet sich zwischenmenschlicher Kompetenz und inspirierten Innenräumen. Auch die äußeren Räume dieser Veranstaltung versprechen Inspiration, Wohlfühlen und Gelegenheit für Innehalten und Austausch.

 

Die Teilnahme ist kostenfrei. Ein Anmeldung ist erforderlich und wird bitte hier vorgenommen:

 

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Schon allein für den Mond. Schon allein für Duisburg.

Foto: Philipp Wente
Foto: Philipp Wente

Eine Aufnahmesession mit den Kindern im City Wohnpark in Duisburg, eine Moderation an einer Veranstaltung über weibliche Vorbilder (mit unfassbar tollen Frauen!) in Moers, eine Westart-Reportage über Lucas Vogelsangs und Philipp Wentes "Ruhrgebiete" im WDR mit meinem Blick auf Duisburg (ab Minute 21) und dazwischen Tuba- und Cello-Ideen für » Wir Zugvögel « (kommende Woche geht es ins Studio!). Nicht zu vergessen die liebevoll servierte Tasse Tee, als ich zwischendurch im kühlen Schulflur mit ein paar Kindern auf dem Klavier improvisiere.

 

Die Westart-Reportage über die Entstehung der "Ruhrgebiete" gibt es hier in der WDR-Mediathek. Einen Live-Nachschlag bietet Lucas in Begleitung meiner Person heute Abend ab 20:30 bei der lit.RUHR und am Sonntag ab 15 Uhr in Neukirchen-Vluyn: Alte Mühle in der Dong bei freiem Eintritt und erwartungsgemäß sonnig-milden Bedingungen.

 

Das Magazin "Ruhrgebiete" gibt es heute Abend, am Sonntagnachmittag und jederzeit in der Buchhandlung Scheuermann zu erwerben. Darin findet sich auch Lucas' Erzählen über mein Ankommen in Duisburg.

 

Das Lied, aus dem hier zitiert wird und das in Beitrag und Porträt Erwähnung findet, heißt "Schon allein für den Mond".

 

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Elefantenohren / Schmetterlingsflügel / Echoisch

Elefantenohren

 

Wo sich Menschen aufmachen,
um sich zu finden,
wo sich Menschen aufmachen,
um sich zu zeigen,
jeden Wert,
jede Würde schätzen
mit Elefantenohren
am Herzen.


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Geflogenheiten


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Von Veranstaltung bis Erfahrung: "Kreativität als Haltung"


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Die Schlüsse eines Anfangs

Was endet,
wenn sich ein Blatt wendet?
Was beginnt,
wenn die Schlüsse erklungen sind?
Weniger richtend, mehr schlichtend.
Entschichtend belichtend.
Anmut.
An Mut darf es uns nicht fehlen.

 

Von der Möwe / Neuland

Von der Möwe

 

Die Thermik
geübt im Blick,
luftiges Zischen
zu erwischen.
Unerreichtes
mein Leichtes.
Auf! Höhe passiert
unregiert.


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Akzeptanz- und Abwesenheitsnotiz


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Die Akzeptanz kann's

Ohne an den Sollbruchstellen
des Menschseins ein Urteil zu fällen.
Ohne überfordertes Wegducken.
Ohne ausschließendes Hingucken.
Die Akzeptanz
kann's.

In Würde anders sein.
Widersprüche einander verzeih‘n.
Vielfalt: mehr gelebt als besprochen.
Das Verbindende ungebrochen.

Akzeptanz.
Jede und jeder kann‘s
lernen, sich nicht aus Unsicherheiten
an jenem abzuarbeiten,
was fremd scheint,
sondern tun, was vereint.

 

Bücher sind ein Sternenhimmel. / Ziel. Gerade

Bücher sind ein Sternenhimmel.

 

Überwundene Stunden, dunkel.
Entdeckte Erkenntnisse, hell.
Der Sehnsucht gefolgt, immer wieder.
Angekommen im Gestirn des Seins.


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"Die Kunst der Veränderung"

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Auf der Reise / Durch Wechsel reifen

Auf der Reise

 

Liegt es
an dem Seufzen der Erinnerung
in der Luft,
dass der Gegenwart
hier
der Atem stockt?

Fliegt es
in Richtung eines neuen Seins,
das durch Entsenden
einer öffnenden Zuversicht
dorthin
lockt?

Kriegt es
seine Bedeutung, indem es andockt
am Fels
jenes Menschlichen,
das es wert ist,
zu überdauern?


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Umfassen

Vom süßen
Begrüßen
über das laute
Vertraute
und dem grellen
Zerschellen
bis zum leisen
Loseisen.

Ein Schaltkreis,
der um die Gewalt weiß
und die Beschwerden,
unter denen wir größer werden.
Der aber vor allem singt von der Zeit
in Freiheit.

Mittendrin
immer hin
zu jenem, das nicht fest
hält, sondern frei lässt.
Zu jenem, das uns weitet,
uns stets auf‘s Neue vorbereitet.

Hier Rattern,
dort Flattern.
Weichen
den Freizeichen.
Loslassen,
um alles zu fassen,
heißt, alles umfassen.

 

"Kognitiver Genuss und emotionales Vergnügen"


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Keine Müh(l)en scheuen


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Auf das Ankömmliche

Anfänglich
eine Suche ohne Namen.
Ein Gang auf weiter Flur
aufstrebender Fragen.
Alle Himmelsrichtungen
nach innen weisend
zum Scheitelpunkt
lauter leiser Kraft,
die dem Knirschen
des Wachstums
zuzuhören und
standzuhalten weiß.
Dem Mut des Morgens
erwachsen Antworten:
immer weniger gängig,
dabei im Vorwärtsgang.
Eines Abends,
wenn es groß ist,
wird Vorankommen
zum Ankommen.

 

O-Stern / Die Gelenkigkeit des Schillerns / Hochzeit

O-Stern

 

Die Nase in Richtung Himmel gestreckt,
hingebungsvoll an der Idee eines Sternes schnuppernd.
Ein Ausatmen wie ein Entkräften alles Zynischen
für den frischen Wind im Herzen.
Gedanken wandern, mäandern an jenen Ort,
dem das Verzeihen als Festland dient.
An dem das Leben eine Feier ist
mit Gästen und Gesten der Liebe.


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Herzliche Einladung zu einer Premiere und zum Aufwach(s)en

Vom Nest zum Fest - Ihr seid sowas von herzlich eingeladen:

 

» Wir Zugvögel « als Open Air Live Premiere

 

Samstag, 25. Mai 2019

18 Uhr (Einlass ab 17 Uhr)

Alte Mühle in der Dong, Neukirchen-Vluyn

Eintritt: 20 Euro

 

Der komplette Eintritt fließt in die Finanzierung der Album-Produktion und beinhaltet den Erhalt eines Exemplars nach Fertigstellung.

 

Eure "Flugtickets" bekommt Ihr hier (per Email vorbestellen).

 

zur » Wir Zugvögel « Website

 


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Kein Ehren ohne Einkehren

Über eure Route wacht
und hält euch für diese nächste gute Nacht
jene gütige Pracht.

Im Sternenlicht dieser Verbundenheit
vertraut erträumend und gebt den Runden Zeit,
weil ihr gefunden seid.

Geliebt umschlossen.
Jeder Schritt so eingegossen
in ziehend steigende Sprossen.

Hier richten sich die Laien.
Dort lichten sich die Reihen
im Verzeihen.

Ihr könnt mit den Kreisen ringen
oder versöhnend mit den Leisen singen.
Euch selbst bezwingen.

Getragen von Lobgesängen,
entkommend den wohligen Engen
oder gefangen in Zwängen,
werdet ihr im Hehren
oder im Leeren
einkehren.

 

Geflogen wird nach vorn! Remember?

Vordergründig ist es ein wenig still gewesen in Sachen » Zugvögel « in der letzten Zeit. Das hat verschiedene Gründe. In jedem Fall geht es weiter, immer weiter. Während ich gerade an einer Website eigens für das Projekt bastle, befinde ich mich in Vorbereitung auf das erste Wohnzimmerkonzert bei wunderbaren Albumpaten hier in Duisburg. Es wird jetzt am Wochenende das erste Mal so sein, dass ich alle zehn Kompositionen vor Publikum präsentiere.

In der kommenden Woche folgt dann die Präsentation eines der Lieder ("Einer von Wir") in der Blauen Bude in Dinslaken-Lohberg (zur Presseankündigung).

 

Geflogen wird nach vorn! Remember?

 

L0-0S

Kein Rhythmus
ein Muss.
Jedes Tal
normal.

Dem Gewühle
der Gefühle
und dem Krachen
folgt das Aufwachen.

Die Augen frei.
Es bleibt dabei.
Das Tageslicht
verspricht:

Völlig ganz. Ganz leer.
Auf Empfang. Immer mehr.
Eine Null als Anfang.
Zwei Nullen im Einklang.

 

Angebot der Achtung

Kindheit:
Wirbelwindzeit.
Im Toben
proben.

Warmfliegen
im Freistil
ohne verbiegen,
zum Beispiel.

Durch Faxen
wachsen.
Hier verstecken.
Da recken.

Älter werden
voller Beschwerden.
Vom Vergessen
beinahe besessen.

Anpassend
verblassend.
Wäre der Sturz
doch kurz.

In erwachsener Not
von Umnachtung.
Da! Ein Angebot.
Das Angebot der Achtung.

Kindheit,
wir sind weit;
doch weiter gekommen
als angenommen.

Soeben unversehrt
heimgekehrt.

 

Dichter dran

Auf Anregung meiner Leser*innen habe ich ein Gedichte-Abo eingerichtet, das Euch informiert, sobald es ein neues Gedicht zu lesen gibt (das ist ungefähr einmal pro Woche der Fall).

Bis daraus irgendwann ein Buch wird, scheint mir dies ein stimmiger Weg, um Euch Zugang zu gewähren zu diesem Teil meines Schaffens.

 

Das Blog-Abo, das über alle weiteren meiner Aktivitäten informiert, hat unverändert Fortbestand.

 

Quartalsmäßige Informationen gibt es wie gehabt per Newsletter.

 

Man muss sich tatsächlich etwas einfallen lassen, um unabhängig von Facebook, What's App und Twitter zu informieren und vernetzt zu bleiben. Geht ⚐.

 

Vermögen

Wer auch zwischen den Zeilen zu lesen vermag,
hält inne. Hält hoch. Und das jeden Tag.
Trägt im Geist diese Ahnung: Das Tiefe, Schöne
schwingt und singt vor sich hin als leise Töne.

Wer das ungespielt Klingende hören kann,
nimmt das Werk jedes Meisters demütig an.
Der sieht Farben im Grau. Sieht der Schatten Licht.
Wird ein Teil jenes Liedes, das Schweigen bricht.

Wer inmitten der Stürme in Ruhe bleibt,
auch wenn Ebbe ihn zieht oder Flut ihn treibt,
geht mit tänzelndem Schritt über seine Grenzen.
Atmet Möglichkeiten in Turbulenzen.

Mit dem Wissen im Herzen, das Tiefe, Schöne
komponiere zumeist jene leisen Töne,
dehnt sein Wesen aus, still, um jeden Preis,
wer ungesehen, ungehört zu lieben weiß.

 

Überwegs

Knirschen unter den Füßen
gleich Willkommensgrüßen.
Abermals auf neuem Festland.
Halte ich auch diesem Test stand?
Eine andere Zeit, andere Gesetze,
da ich den dritten Schritt hinter den zweiten setze.
Und kann ich nicht,
bin ich die Zuversicht.
Eine Garantie
gab es noch nie.

Da ich ja das Altland
längst kalt fand,
löse
ich mich vom Getöse
überholter Gedanken,
hin zu jenen ranken
Erkenntnissen
von wahrhaftigerem Wissen.
Schließe Verwandtschaft
mit dieser Landschaft.

Für Vielfalt und Respekt in den Fußstapfen von Michael, Stevie, Paul, Bob, Louis und wie sie nicht alle heißen, die mit Musik was reißen

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Jahreswände


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If I Can Dream

 

There must be lights burning brighter somewhere

Got to be birds flying higher in a sky more blue
If I can dream of a better land
Where all my brothers walk hand in hand
Tell me why, oh why, oh why can't my dream come true
Einer der berührendsten, wenn auch nicht bekanntesten Songs, die Elvis Presley interpretiert hat: If I Can Dream.
Für mich unübertroffen und immer wieder fesselnd.
Den ganzen Song anzusehen und hören gibt's hier.

Ein Licht-Gedicht unter'm Weihnachtshimmel

Erst in den frühen Morgenstunden bin ich am Tag vor Heiligabend zurückgekehrt von den letzten beiden Auftritten für dieses Jahres. Nun ist es geschafft. Und ich bin es offen gesagt auch ein wenig :-).

Bei meiner nächtlichen Zugfahrt vom Hochrhein zurück nach Duisburg mit der Frage befasst, welche Botschaft ich in diesem Jahr zu Weihnachten verschicken möchte, hat sich das folgende Gedicht ergeben (s. u.).
 
Einen musikalischen Video-Gruß gibt es auch noch, entstanden im Rahmen eines Projektes an der Förderschule.

 

Diesem Song aus der Förderschule entlehnt, wünsche ich euch - woher ihr auch kommt, wohin ihr auch geht - von ganzem Herzen segens- und sternenreiche Stunden unter dem "Weihnachtshimmel".

Auf bald im neuen Jahr.


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Die Schule des Lebens

 

 

Was mich in dieser Woche inspiriert, berührt und um ein Haar sogar zu Tränen gerührt hat, war meine letzte Session in der Förderschule für dieses Jahr. Genau genommen waren es die Schüler. Ein Weihnachtslied, das wir vor zwei Jahren miteinander komponiert und aufgenommen haben, haben sie am Mittwoch angestimmt - und zwar nicht nur lauthals, sondern sogar auch in Gebärdensprache.

 

Und da war sie plötzlich - jene Weihnachtsstimmung, von der ich mir nicht sicher war, ob sie mich bei all den beruflichen Anfordernissen und Reiseaktivitäten der letzten Zeit auch in diesem Jahr tief im Herzen erreichen wird.

 

 

Ein Tag Prag


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"Highlight the Remarkable"

 

 

In dieser Woche habe ich über die Kampagne des Stifte-Herstellers Stabilo gelesen. Unter dem Titel "Highlight the Remarkable" hat die Firma auf Fotos jene Frauen mit Textmarker hervorgestrichen, die in der Geschichte Großes geleistet und dafür vergleichsweise wenig Beachtung bekommen haben. Eine einfache Idee mit starker Wirkung, die für viel Beachtung und sogar eine Auszeichnung gesorgt hat. Völlig zurecht, wie ich finde, handelt es sich hierbei doch um einen Beleg dafür, dass Werbung Haltung zeigen und einen gesellschaftlichen bzw. politischen Beitrag leisten kann.

 

Mehr zu der Kampagne und die dazugehörigen Bilder gibt es hier.