Jahreswände



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Ein Licht-Gedicht unter'm Weihnachtshimmel

Erst in den frühen Morgenstunden bin ich am Tag vor Heiligabend zurückgekehrt von den letzten beiden Auftritten für dieses Jahres. Nun ist es geschafft. Und ich bin es offen gesagt auch ein wenig :-).

Bei meiner nächtlichen Zugfahrt vom Hochrhein zurück nach Duisburg mit der Frage befasst, welche Botschaft ich in diesem Jahr zu Weihnachten verschicken möchte, hat sich das folgende Gedicht ergeben (s. u.).
 
Einen musikalischen Video-Gruß gibt es auch noch, entstanden im Rahmen eines Projektes an der Förderschule.

 

Diesem Song aus der Förderschule entlehnt, wünsche ich euch - woher ihr auch kommt, wohin ihr auch geht - von ganzem Herzen segens- und sternenreiche Stunden unter dem "Weihnachtshimmel".

Auf bald im neuen Jahr.

 


 

Ein Licht-Gedicht


Es waren einst Lichter mit schattigen Schleiern.
Wie sie sich sehnten, glanzvoll das Leben abzufeiern!
Wie traurig es doch wäre, einfach einzugehen.
So ging man aus, also nach draußen, um weiterzusehen.

Sie strömten aus in Einsamkeit, in Paaren und Scharen.
Fragten ratlos herum, wo denn die Lichter waren.
In jedem Winkel, jeder Ecke immer dieses Munkeln:
Licht sei Mangelware. Und zwar vor allem im Dunkeln.

Hm. Wie jemals fündig werden bei solch schlechter Sicht?
Dass sie selbst die Lichter waren, das sahen sie nicht.
Sie suchten und versuchten, doch das Licht blieb aus.
"Alles vergebens! Hoffnungslos! Gehen wir nach Haus!"

Frustriert, verzagt in Anbetracht der Zeitverschwendung,
geschah ganz plötzlich, aus dem nichts, die große Wendung.
Es bot der Dunkelheit da nicht die hellste Birne,
sondern das mutigste der Lichter seine tapfere Stirne.

Die Liebe war's - sie hatte das Lichtlein angemacht.
Das hatte dann ganz glanzvoll und unbedacht
die Dunkelheit mit seinem Strahlen angelacht,
dadurch Licht in sie gebracht und sie entfacht.

"Ich kann uns sehen und unsere Lichtkraft!
Keine Angst, wenn ihr‘s grad nicht rafft!
Leuchten ist einfach. Das kann jeder!
Scheint noch leichter als eine Feder!“

Die Lichter waren überrascht. Befreit von jedem Zügel,
erkannten sie ihr Strahlen und schwangen ihre Flügel.
Angeknipst gab's kein Zurück. Sie machten einander an.
Ihre Wärme nun verströmend, wie's nur die Liebe kann.

Lichte Momente waren dies, die hell und frei machten.
Und sie feierten von nun an: jeden Tag Weihnachten.

 


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Ein Tag Prag

 

Treibholz

 
Dein Wesen
 und Gewesen


schnitzten aus der Bürde


deine Würde


und aus Ziel Start.


Deine Spielart:
 Vom Anfänger


zum Grenzgänger.

 

(Auszug aus dem Gedicht "Treibholz", nachzulesen hier)

Vergangene Woche durfte ich wieder im Wirtschaftskontext musizieren, verdichten ("Poetic Recording") und zur künstlerischen Intelligenz ermutigen. Dieses Mal galt der künstlerische Transfer den Mitarbeitern eines amerikanischen Konzerns in Prag.

Erleichterung über das gemeinsame Innehalten und Wertschätzung für die Gelegenheit des künstlerischen Experimentierens gehörten dort schon nach der ersten Session zu den Rückmeldungen.

 

Anke wächst

in diesem Kontext.

Und mag

Prag *.

*) und möchte gerne bald mit mehr Zeit dahin zurückkehren.

 

Als Künstlerin kostet es mich tatsächlich immer wieder neuen Mut, in jenen Büro- und Tagungsräumen kreativ bzw. menschlich "aus- und anzupacken", die sonst eher von (digitaler) Technik und Eile geprägt sind. So lange ich in eben diesen Räumen derart Sinn- bzw. Wirkungsvolles tun darf, bin ich dabei.

 

Yep. In diesen Wochen erlebe ich viel. Lerne viel. Darf viel von mir geben. Und bekomme dafür eine ganze Menge zurück. Dankbarkeit.

 

Ein bisschen "treibhölzern" geht es vor Weihnachten noch ein letztes Mal zu, wenn ich am Donnerstag in den Zug Richtung Süddeutschland steige. Ich betrete in der alten Heimat nach all den Jahren noch einmal an der Seite der "Spätzünder" die Bühne (s. Bild).

 

Und dann, ja dann ist Weihnachten!

 

Die Weihnachts-Produktion, die ich vor zwei Jahren mit den Schülern und Lehrern einer Förderschule hier in Duisburg produziert habe, kommt mir da in den Sinn. Bei solchen Erinnerungen, Reimen und Botschaften platzt mir das Herz auf.

 

Offene Herzen - darum geht's doch in dieser Zeit. Oder etwa nicht?

 

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Zeitweise Zeitreise

 

Du verwandelst bekannte Schauplätze

in neue, ungeahnte Bausätze.

Du liest bis zum Seitenende

und bist danach selbst die Zeitenwende.

 

(Auszug aus dem Gedicht "Seitenende, Zeitenwende", nachzulesen hier)

 

Damit habe ich mein Vortrags-Konzert in der Hans-Carossa-Klinik in Stühlingen (Süddeutschland) begonnen. Es ging - mal wieder - um die Ausdrucksformen unseres kreativen bzw. künstlerischen Potenzials und wie eben dieses Potenzial im Zusammenhang steht mit unserem "Seelenheil" (oder wahlweise auch gerne "innerer Ruhe", "innerer Gesundheit", "innerem Frieden", "Zufriedenheit",...). An einem solchen Abend auf Wesentliches zu sprechen, singen und spielen zu kommen, ist das Eine. Dass ein Publikum sich derart darauf einlässt wie an diesem Abend, das Andere...und der Grund, warum ich mutig bleiben möchte. 

 

Mein Aufenthalt in der alten Heimat beinhaltete außerdem ein Treffen mit meiner damaligen und ersten Klavierlehrerin, einen Besuch in meiner Grundschule (inkl. Dialog-Konzerte für die Schüler) und eine Probe mit einer meiner ersten Bands, in der ich damals als Schülerin ausgeholfen habe. Ich schätze, die „Spätzünder“ sehen es mir nach, wenn ich sie als „ältere Herrenband“ bezeichne, für die ich wohl immer das Küken bleiben werde und denen ich bei ihren Weihnachtskonzerten nach all den Jahren herzlich gerne wieder aushelfe (Ali-Theater Tiengen am 21. und 22. Dezember, jeweils um 17 Uhr).

 

Mein herzlichstes Dankeschön an die Menschen, die die „alte Heimat“ für mich eben immer noch zu einer solchen machen. Ihr wisst, wer ihr seid.

 

Wer jetzt glaubt, diese Reise sei mitsamt meiner Besichtigung der Küssaburg eine Reise in die Vergangenheit gewesen, für den habe ich noch im Angebot: die Mittelalter-Projekt-Woche an einer Grundschule hier in Duisburg, an der ich unmittelbar nach meiner Rückkehr mitwirken durfte: Reime für die Herolde, Unterstützung bei den Trommlern bzw. Sängern und die Komposition eines Liedes, das das Kollegium jeweils zum Abschluss der vier Aufführungen für die Schüler und deren Eltern sang. Schlichtweg eindrucksvoll, wie sich die gesamte Grundschule Kraft der Kreativität und Extrameilen des engagierten Kollegiums, der Schulleitung und natürlich der Schüler in eine Burg verwandelte, die zum Ende der Woche Schauplatz eines Turnieres im Spannungsfeld zwischen Kampf und Tanz wurde.

 

Das waren intensive, aufregende und bewegende Tage mit den Kleinen und Großen, bei deren Rückblick man mir hoffentlich das folgende Wortspiel der Dankbarkeit nachsieht: Zusammenhalt ist das Mittel, Alter!

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Verdichtung von Inhalten bei einer Führungskräfte-Tagung

Ehe ich am Donnerstag schon wieder in den Zug steige in Sachen Vortrag an der Hans-Carossa-Klinik, kurz zurückgeblickt auf drei intensive Tage in der vergangenen Woche, in denen ich teils im Herzen, teils über den Dächern der Hauptstadt mit Geschäftsführern und Führungskräften aus der Wirtschaft arbeiten durfte - dieses Mal vor allem durch Verdichtung der Inhalte (gemeint ist eine Art „Poetic Recording“, das die Essenz der Tagung zwischendurch in gereimter Form an die Teilnehmer zurückspielt). Klaviermusik und Gesang gab‘s auch.
Das war - mal wieder - Neuland, das ich dieses Mal mit besonderer Neugier und auch (An-) Spannung betreten habe.

 

Los gemacht und fließen gelassen.

 

Aus Gründen der Diskretion behalte ich die Reime dieses Mal für mich. Dafür gibt's ein paar andere Reime, die mir neulich als Spiegel meines künstlerischen An- und Umtriebs in den Sinn kamen:

Verdichtetes Ansinnen


Stets neues Vortasten
an den Tasten,
aber keine Bedrängerin
als Sängerin.

Schreibend: Gedichte, Bücher, Lieder.
Immerhin und immer wieder.
Reime
als Keime.

Feiernd auch Widersprüche
in der Liederküche.
Rahmen mit und ohne Namen
für wahrhaftige Momentaufnahmen.

Potenziale findend,
au ja, verbindend!
Weil wir alle Aufgaben
haben.

Immer lieber Neuland
als Gewohnheits-Strand.
Auch zugewandt:
Duisburgs Schönheit. Teils noch unbekannt.

Oft joggend, laufend.
Alltagsentdeckungen förmlich saufend.
Auf der Suche hier:
nach Inspirierten wie dir.


 

Gemeinsam aufschwingen.
im Flug und Lauf singen,
als Flammen,
die demselben Ort entstammen.

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Das ganze (Berufs-) Leben als Komposition und Improvisation

 

Wer neue Räume ausmisst,
sagt auch: ‚Es ist, wie es ist.‘

Der kann im Chaos sein.
Ist Mutig. Nicht allein.

 

Drei Tage zu den Themen „Komposition und Improvisation“ auf dem Campus 1 der Alanus Hochschule in Alfter liegen hinter mir. Die Studierenden aus dem Fachbereich Wirtschaft haben sich - alle auf ihre ganz eigene Weise - auf die Möglichkeiten dieses Wochenendes eingelassen. Nicht irgendwie. Sondern ehrlich bis beherzt. Und so haben wir ein ganzes Wochenende lang gemeinsam „geschaffen, ohne dabei zu erschlaffen.“ Tafelreime aus den Gedanken der Teilnehmenden sind dabei herumgekommen. Musik, Songtexte. Geräusche, Klangexperimente. Freude, Spaß. Erfahrungen, Erkenntnisse. Gemeinschaft, Einklang. Und ein Nachklang, der noch anhält.


Das ganze Leben ist eine Komposition, eine Improvisation - eine wellenartige Bewegung aus Chaos und Struktur.

Begegnen wir ihr schöpferisch?

Reiten wir eben diese Wellen und machen sie zu den unsrigen?

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Zum Wochenende: Von leisen Kreisen

Das Leben nach dem Beben


Wir hatten
Schatten,
aber noch mehr Licht
verinnerlicht.

Unser Design
Entwurf im Dasein.
Gefragte.
Beauftragte.

Durch Schatten-Licht-Reisen.
zu satten Sichtweisen
Stimmig. Immer leiser,
einen Schimmer weiser.

 

 



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Sonnenuntergänge wie Gesänge

Dieser Blog-Artikel könnte ebenso gut heißen: Verliebt in Duisburg.

 

Die Duisburger Sonnenuntergänge dieses Herbstes haben es wirklich in sich und mir angetan. Gleich mehrmals verschlug es mir in den letzten Tagen an Rheinpark und Innenhafen die Sprache. Eine schöne Gelegenheit, den Liebesbrief herauszukramen, mit dem ich vor zwei Jahren für eine Ausstellung hier in Duisburg einen Rahmen bespielt habe:

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Newsletter. Newsblätter.

Für meinen Oktober-Newsletter habe ich am vergangenen Wochenende eine Foto-Aktion im Duisburger Stadtwald eingelegt...und dabei genau so viel Waldspaß gehabt, wie es diese Fotos wohl vermuten lassen.

 

Den Newsletter inkl. der Möglichkeit, ihn zu abonnieren, gibt's hier.

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Zwischendurch: zwei Gedichte

Regenbogen

Der so plötzlich da ist, aber oft eben nicht,
der so ganz in seiner Zeit das Graue bricht,
der den Gegensatz vereint, versöhnt mit seiner Pracht
und das vermeintlich Widersprüchliche zu Schönheit macht.
Farbgewaltig, verbindend und flüchtig zugleich.
Ein Ausblick, ein stilles Angebot in ein so anderes Reich.
Als wir hinsahen, geschah es, dass wir auf seinen Wegen zogen:
Verschwindend. Überwindend. Wir als Regenbogen.


Regenbogen-Entdeckung nahe des Duisburger Innenhafens
Regenbogen-Entdeckung nahe des Duisburger Innenhafens


Einheit

(aus gegebenem Anlass bzw. gelassenem Angeben)


Wenn mal niemand ’reinschreit.
Mal Frieden und kein Streit.
Für‘s Verbundensein Zeit.
Ich kümmere mich um dein Leid.
Du kümmerst dich um mein Leid.
Aus Gemeinheit
wird Gesellschaft. Eben Einheit.

Atemberaubender Sonnenuntergang an der Regattabahn
Atemberaubender Sonnenuntergang an der Regattabahn


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Eine kraftvolle Frage, auf die man (noch) keine Antwort hat.

Echter Austausch kann bisweilen bedeuten, mit mehr Fragen als Antworten auseinanderzugehen.

 

Umso wichtiger, dass wir im Gespräch bleiben - beispielsweise über den Wert von Kultur, deren Finanzierung/Wertschöpfung...und deren FREIHEIT. Dass der türkische Staatsbesuch am vergangenen Freitagnachmittag an mir vorbeifuhr, als ich gerade auf dem Weg zu einem Fachgespräch auf dem Gelände des Bundestags war, mutete dabei an wie eine Momentaufnahme, die das auf denkwürdige Art und Weise zu unterstreichen schien.  "Kunst für alle, alle für die Kunst - Crowdfunding in der Kulturfinanzierung" lautete die Veranstaltung initiiert durch die Grünen, deren Einladung ich in diesem Fall gerne gefolgt bin. Ich bin nicht parteipolitisch, aber der Nachmittag hat mir gefallen. Interessante Redner, interessierte Zuhörer (allen voran die beiden MdBs). Die Gedanken, die ich mir in Vorbereitung auf das Fachgespräch notiert hatte, gibt's kurzerhand hier rechts nachzulesen.

 

Ich bin gespannt, wohin uns die Reise führt.



Meine Berlin-Reise konnte ich indes mit einem Besuch beim Retune-Festival verbinden. Der sehr kluge Vortragende Samim. A. Winiger, dessen Prognose immer noch in mir nachwirkt, dass in 10 Jahren 90 Prozent der Inhalte, die wir konsumieren - seien sie musikalisch, visuell oder textlich - von künstlicher Intelligenz erstellt werden wird, eröffnete seine Keynote mit einer Folie, auf der es hieß: "Have a powerful question to which you don't know the answer."

 

In zunehmend digitalen Zeiten von Streaming, Schnelllebigkeit und Unverbindlichkeit gehört es beispielsweise zu meinen Fragen, ob und wie lange es sich noch "lohnt", (menschliche) Künstlerin zu sein.

Um große Fragen und Ideen zum Potenzial von künstlicher >< künstlerischer Intelligenz ging es auch am vergangenen Mittwoch im Kreise von in.DU - einem Netzwerk bzw. Nestwerk, mit dem ich seit meinen Anfängen in Duisburg von Zeit zu Zeit frühstücke. Es war mir eine große Freude, in diesem vertrauten und liebgewonnenen Rahmen über meine Erfahrungswerte referieren zu dürfen.

 

Termine wie diese dürfen (und müssen wohl auch) nachklingen. Das gelingt mir am besten in der Natur, im Zug, oder im Alltag - sofern man davon bei mir überhaupt sprechen kann -, indem ich mir Zeit für's Innehalten und Registrieren der vermeintlich kleinen, einfachen und umso schöneren Dinge nehme.

 

Ein kürzlicher Versprecher machte aus "Alltags-Routine" eine "Alltags-Ruine". Soweit sollte man es wahrlich nicht kommen lassen...und sich stattdessen Zeit nehmen und geben für kraftvolle Fragen, deren Antworten man (noch) nicht kennt.

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Immer schön von innen nach außen.

Zu Beginn der Woche war ich an der Alanus-Hochschule in Alfter, um dort den Semester-Auftakt künstlerisch bzw. musikalisch zu gestalten. Die Arbeit mit den rund 40 frisch angekommenen Studierenden fühlte sich nicht nach Arbeit an, sondern nach einem gemeinsamen Konzert in einer Mischung aus Reflexionen und Experimenten.

 

Jedes Studium ist letztlich ein Studium des Lebens; ein Studium, das uns im besten Fall uns selbst näherbringt.

♩Welches ist unsere Melodie? ♪

 

Ob wir das nun regelmäßig machen könnten, fragte eine Studierende mich am Schluss. Das hat mich sehr gefreut. Bin auf alle Fälle im November zurück mit einem dreitägigen Modul und bereit für noch mehr Tiefgang an der Hochschule.

Jogging-Schnappschuss an der Regattabahn in Duisburg: Immer schön von innen nach außen.
Jogging-Schnappschuss an der Regattabahn in Duisburg: Immer schön von innen nach außen.
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Arbeitstitel: "Vermächtnis"

Je älter ich werde, desto lebendiger fühle ich mich. Und je lebendiger ich mich fühle, scheint mir, desto sterblicher fühle ich mich wiederum.

Ich bin weder krank, noch liegt irgendeine Erkenntnis vor, die mir Anlass zu der Annahme gibt, dass ich mich in absehbarer Zeit aus diesem Leben verabschieden werde. Ganz im Gegenteil: Ich habe noch eine ganze Menge vor.

Vielleicht ist es ja eben dieser Umstand, der es mir überhaupt erst möglich gemacht hat, mich in den letzten Wochen aus einer gewissen Losgelöstheit und Leichtigkeit heraus mit der Frage zu befassen, wie es wohl eines Tages um mein Vermächtnis bestellt sein wird. Angefangen mit dem Reim „Vermächtnis, Gedächtnis" beim Joggen, hat sich eine erste kreative Antwort formuliert, die ab heute ihre Bahnen ziehen darf. Es ist gewiss „nur" ein Entwurf. Aber es ist einer, dessen Entstehungsprozess in den vergangenen Tagen schon so manch berührendes Gespräch angestoßen und mich in seltener Art und Weise inspiriert hat.

Wer weiß, wofür es gut ist - dieses Musikstück im Arbeitstitel: „Vermächtnis".

 

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Zeit, auch unsere Herzen zu vernetzen (aus gegebenem Anlass)

 

Keine Ahnung, ob die Welt ein besserer Ort sein kann und will,
aber lieber tue ich was, als dass ich abwarte und chill.
Nicht alles zu verstehen ist kein Grund mehr zu schweigen,
denn Ahnung braucht man keine, um sein Herz zu zeigen.

Wissen noch nicht wohin,
aber fangen wir bloß nicht mit dem Ausruh'n an,
ehe wir uns nicht im Klaren sind,
was jeder von uns tun kann.

Denn die Welt ist komplex
und wir sind mittendrin.
Sind doch längst unterwegs
auf der Suche nach Sinn.
Was machen wir mit dem Mantel, den wir tragen?
Wie antworten wir auf diese Tage der Fragen?
Denn die Welt ist komplex
und wir sind mittendrin.
Sind schon lang unterwegs
auf der Suche nach Sinn.
Was werden wir unseren Leuten später sagen?
Wie antworten wir auf diese Tage der Fragen?

(Auszüge aus dem Lied "Tage der Fragen";

Zeichnungen: völlig spontan und wohl auch naiv...

...aber von Herzen.)

 


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Von neuen (Innen-) Räumen

Glücklich nach bedeutungsvollen Momenten.
Glücklich nach bedeutungsvollen Momenten.

Gleich zwei Ereignisse durfte ich in dieser Woche mitgestalten, die beide davon handelten, wie kleine und große Menschen neue Räume betreten.

 

Bei den i-Dötzchen waren es die Klassenräume, die sie am Mittwoch zum ersten Mal betraten, während ihre (Groß-) Eltern sich in neue Innenräume des Loslassens begaben. Dass die Schulleiterin einer Grundschule hier in Duisburg mich nun schon zum zweiten Mal einlud, musikalisch/inhaltlich an der Einschulung mitzuwirken, war mir eine wahrhaft große Freude. Die Wahl fiel auf "Geflogen wird nach vorn" der » Zugvögel «, das mit seinen Strophen und Botschaften auch zum roten Faden der Begrüßungsrede der Schulleiterin wurde. Die Aufführung des Liedes folgte zum Schluss der Veranstaltung. Man bat mich, Teile des Liedes mit den Eltern für die i-Dötzchen zu singen: „Ihr seid am Zug mit eurem eigenen Flug.“

Wenn die eigenen Songs ihre Flügel spannen... Nicht nur als Komponistin, sondern auch als ewige Schülerin, die sich allzu gut an ihren ersten Schultag erinnert (wer nicht!), war das ein wunderschönes Erlebnis für mich. Den Song gibt's übrigens in einer Demo-Version anzuhören und vorzubestellen, und zwar hier.

 

Ähnlich erfüllend ging es einen Tag später bei einem Workshop zum Thema "Spaces for New Work" im Rahmen der c/o pop in Köln zu. Peter Schreck, Thomas Klug, Judith Behmer, Doris Hallerbach und ich luden zum Austausch und Träumen über neue Räume ein. Es ging nicht nur um Arbeits-, sondern auch Innenräume. Meine Rolle bestand im Wesentlichen darin, Klavier zu spielen, zu singen, zuzuhören und zu "verdichten" - Letzteres im Bezug auf die Wortbeiträge der Teilnehmer. Dabei herausgekommen ist ein Gedicht mit dem Titel "Neue Träume brauchen neue Räume brauchen neue Träume."

 

Weniger Analyse und ruhig mal Weichheit.
Authentizität und eben mal nicht Gleichheit.
Orden vergeben für das, was wir leisten.
Vielleicht schaffen wir gar so am Allermeisten.

Raum für Kultur des Menschen, um den es geht,
der im besten Fall im Zentrum von allem steht.
Freiheit heißt Räume nutzen, ihnen Bedeutung geben.
Gerne auch mal ohne Zweck und Zeitdruck, aber mit ganz viel Leben.

 

Soweit ein Auszug. Das gesamte Gedicht gibt es hier:

Download
Neue Träume brauchen neue Räume brauchen neue Träume.
Verdichtung.pdf
Adobe Acrobat Dokument 791.1 KB

Immer wieder neue Gedichte stelle ich übrigens hier zur Verfügung.

 

Eines davon habe ich - und auch das passt zum Thema "neue Räume" - als Pilot in Audio-Form gebracht. Angedacht ist ein "Poetcast" mit dem Titel "Worte wie Helden". Gibt's spontane Stimmen bzw. Meinungen von euch dazu?

Kommen wir damit zum letzten neuen Raum für heute: Die » Zugvögel « sind als musikalisches Großprojekt einer der größten Räume, die ich derzeit erforsche und - mit euch! - bespiele. Oder sind sie gleich ein ganzes Haus, ein Dorf, eine Stadt? Zum Abschluss dieses Blog-Artikel gibt es heute Lied #2 der » Zugvögel « auf abermals kurzen Dienstwegen: "Verletzlichkeit".

 

Das erinnert mich daran: Neue Räume kündigen sich wohl auch in Sachen Jahreszeit an. Ich meine den Herbst, der seine Fühler und sein goldenes Licht in unser aller Richtung ausstreckt. Seien wir freundlich zu ihm und heißen ihn willkommen. Ich bin sicher, er hat die besten Absichten!

 

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Zusammen ange-Pa(c)kt.

Fotos oben: City-Management Duisburg e. V.

 

Mehr über die Veranstaltung nachzulesen gibt es hier.

„Mit all seinen Tiefen, seinen Höhen roll ich das Leben ab vor deinem Blick.

Wenn du das große Spiel der Welt gesehen, so kehrst du reicher in dich selbst zurück.“

 

In der vergangenen Woche wurde mir die ehrenvolle Aufgabe zuteil, eine Veranstaltung zu moderieren, die sich der Zukunft der Duisburger Innenstadt widmete. Als ich gleich zu Beginn des Programms den Frontgiebel unseres Stadttheaters und damit Schiller zitierte, ließ ich den letzten Satz unvollendet. Die Idee war es, die Teilnehmer einzuladen, den Rest selbst nachlesen zu gehen. Aber so weit kam es nicht. Aus gleich mehreren Richtungen hörte ich Stimmen aus dem Publikum: „...so kehrst du reicher in dich selbst zurück." Das hatte schon fast was von Mitsingen beim Konzert.

 

Wäre uns zum Ende hin nicht die Zeit davon gelaufen, ich hätte noch ein paar abschließende Reime zum Besten gegeben (s. u.). Aber nichts geht ja bekanntermaßen je wirklich verloren. Und überhaupt - wir haben eine Menge zu gewinnen.

 

Nennt mich Träumerin oder naiv -

ich blicke mit Zuversicht auf die Entwicklung meiner Wahl-Heimatstadt Duisburg.

 

Handel ist Wandel - ein schlichter Reim, auf den schon Andere vor mir kamen.
Aber ein Treffen, das Gemeinsamkeiten unterstreicht - das ist ein einzigartiger Samen.
Verwalten oder Gestalten? Wer träumt, gelangt höher, immer weiter,
ragt hoch und steht fest bei jedem Wind wie unsere geschätzte, goldene Leiter.

Wer nicht nur tagt, sondern was wagt, der hat ein echtes Zukunft-Verständnis.
Ein Pakt wie dieser ist kein Versprechen. Es ist ein Liebesgeständnis.
Eine Stadt findet statt und, ja, pulsiert durch beherztes Beginnen im Innen.
Wer gemeinsam handelt und wandelt, wird auch gemeinsam aufblühen. Gewinnen.

 

Unterschätzt zu werden, ist temporär, wenn man sich auf Gemeinsamkeiten besinnt
und Chancen ergreift, wenn sie sich auftun, und sie als Einheit weiterspinnt.
Auf dem Weg zur Smart City, sind wir längst Heart City - die Herzen der Menschen hier sind groß.
Und wenn wir Ernst machen mit dem Pakt, dann packt das jeden, und wir treten hier richtig was los.

 


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Sprecherin, Lehrbeauftragte und Weiter-Fliegerin

 

Heute lasse ich Bilder (und die Links, die bei den obigen Bildern hinterlegt sind) für sich sprechen. Ihr dürft euch gewissermaßen selbst einen Reim auf meine letzten Wochen und aktuellen Vorhaben machen.

 

Ich genieße derweil den Sommer - mal in vollen, mal in leeren Zügen. Und ihr so?

 

 

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Zug um Zug. Flug um Flug.

Ich hatte es angekündigt. Die » Zugvögel « grüßen wieder. Diesmal in Form eines WDR-Beitrags, der am Montagabend lief.

 

Noch bis zum 23. Juli kann er hier angesehen werden.

 

Auf Facebook ist er hier (auch ohne eigenes Facebook-Konto) abrufbar.

 

Die Möglichkeit zum Mitmachen gibt's wie gehabt hier.

 

Ach ja. Einen neuen Newsletter zu all meinen künstlerischen Aktivitäten gibt es auch.

 

Zum Anmelden und Nachlesen.

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Zu schade für die Schublade

In meiner Schublade schlummernd: manch Produktion, Ballade.

Ist schöpferischer Rückstau aber nicht auch schade?

Eitelkeit. Perfektionismus. Zeit, sie - mal wieder - abzulegen.

Alte, neue Songs für euch auf kurzen Wegen.

 

Alte Heimat. Ein Aufritt. Ganz unten. In Tiengen.

Schon bewegend, dort im Mai als "neue Anke" zu singen.

"Es ist alles nur geliehen" - ein neues » Zugvögel «-Lied,

das die Reisen (nach innen) als Wachstumschancen sieht.

 

Ein Videoprojekt. Derzeit noch in vollem Gange.

Porträts, bei denen ich ziemlich tolle Frauen einfange.

Keine Mühe, viele Kühe bei einem Dreh in Xanten.

Ich liebe diese Begegnungen mit dem Unbekannten.

 

Die » Zugvögel «. Unterwegs. Stets höher und weiter.

Ich immer noch und immer mehr: ihr Zugbegleiter.

Selbsterklärend ab hier nun meine Fotos und Lieder.

Ich träume und schöpfe. Und das wieder und wieder.

 

P. S.: Am kommenden Samstag gibt's Jens und mich hier in Duisburg im Rahmen der Extraschicht zu erleben - u. a. mit neuen Songs der » Zugvögel «.



Singen in Tiengen.


Ich dreh Porträt.


Blütenwüten.


Abschalten. Innehalten.

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April: Ereignisse, Erfahrungen und Erkenntnisse

Der April war reich an Ereignissen, Erfahrungen und Erkenntnissen.

 

Schon mal bemerkt, dass eine Reihe von "E"s an eine Polonaise von oben erinnert? Ein bisschen Phantasie braucht es dazu - aber die habt ihr.

EEEEEEEE

Eine April-Polonaise von Tagen, die mich bisweilen zum Tanzen gebracht, in jedem Fall aber in Bewegung gehalten haben. Das kommt hin.

  • Ehrlich gefreut habe ich mich über den WAZ-Artikel, der von meinen Reisen und Kompositionen für die » Zugvögel « erzählt und den Werte-Kontext aufgreift, in den ich mein Albumprojekt eingebettet habe. Da hat jemand aufmerksam zugehört und mit Achtung geschrieben. Weiß ich sehr zu schätzen. Und den Rückenwind auf dem Foto nehme ich als dankenswertes Sinnbild.
  • Eindrucksvoll war die Preisverleihung des S.E.N.S.S. Award in Essen, im Rahmen derer ich mit meiner » Zugvögel «-Komposition "Wir können nicht sicher sein" auftreten und einen Sonderpreis entgegennehmen durfte.
  • Erfrischend, um nicht zu sagen aufregend, war auch mein Pitch beim Creative Startup Slam in Düsseldorf. Inmitten digitaler Erfindungen habe ich mit der Geschichte der » Zugvögel « und meinem vermeintlich analogen Ansinnen, den Wert von Musik neu zu denken und zu definieren, den zweiten Platz geholt!
  • Entwicklungen rund um die "Kunst in Wirtschaft in Organisationen" gibt es auch. Zu den spruchreifen gehört heute eine Veröffentlichung über das Thema im Kundenmagazin der NRW.Bank.
  • Entdeckerisch ging es in einer Grundschule in Duisburg zu, in der ich mich mit neugierigen Schülern unter dem zwanglosen Motto: "Jeder darf mal mit mir spielen." am Klavier zusammenfand. Die vierhändigen Experimente brachten zum Vorschein, dass so manch Kind in diesem Moment zum ersten Mal überhaupt an einem Klavier saß. Alles beginnt mit einem zarten Anfang - und im Falle von musikalischem Talent mit der Möglichkeit, ein Instrument zu erfahren. Ich weiß, wovon ich spreche und blicke mit tiefer Dankbarkeit auf jene Zeit, in der bei mir vor rund 30 Jahren alles begann.
  • Einzelheiten, die - so flüchtig und unsichtbar sie auch anmuten mögen - bei genauerer Betrachtung das Zeug dazu haben, zu verzaubern...gleich mehrere davon sind mir begegnet. Ein Teerhaufen am Wegrand, der funkelt wie ein prächtiger Sternenhimmel. Wundervoll schimmernde bzw. reflektierende Häuserfassaden. Und natürlich das Festival, das die Natur derzeit allgegenwärtig zu bieten hat. Schönheit wie diese kennt keine Zäune, wie eine meiner Momentaufnahmen eindrucksvoll belegt. Ob das wohl auch für die Zäune in unseren Köpfen gilt?
    Noch ein Tipp: Auf Instagram finden sich Momentaufnahmen wie diese in Echtzeit.

"Es ist alles nur geliehen." - diese Erkenntnis begleitete mich bei all meinen April-Aktivitäten. Sie kommt nicht traurig daher, sondern anerkennend, dass alles seine Zeit hat. Und dass es das Jetzt ebenso zu feiern gilt wie das Gestern loszulassen.

 

Und was leihen bzw. verleihen wir der Welt? Ich schließe mit einem Auszug aus meinem Gedicht "Den Träumern und den Spinnern" und lande damit irgendwie auch wieder bei der Polonaise:

 

Sie tanzen. Aus Freude und auch aus der Reihe.
Ignorieren die zynischen Rufe und Schreie.
Vor allem können sie eines: verzeihen.
Atemberaubend, welchen Zauber sie der Welt verleihen.

 

Ende des Blog-Artikels. In den Mai tanzen kann jeder. Wie sieht's bei euch aus mit durch den Mai tanzen?


Nachtrag:

Ein unmittelbar bevorstehendes Ereignis wirft seine Schatten voraus, und eine ehemalige Schulkameradin schickt mir dazu dieses Foto. Am kommenden Dienstag spiele ich in der alten Heimat. Alles Weitere hier.

Und einen  musikalischen Vorgeschmack in Form eines iPhone-Mitschnitts beim Üben hier.

Vorfreude!

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