Immer schön von innen nach außen.

Zu Beginn der Woche war ich an der Alanus-Hochschule in Alfter, um dort den Semester-Auftakt künstlerisch bzw. musikalisch zu gestalten. Die Arbeit mit den rund 40 frisch angekommenen Studierenden fühlte sich nicht nach Arbeit an, sondern nach einem gemeinsamen Konzert in einer Mischung aus Reflexionen und Experimenten.

 

Jedes Studium ist letztlich ein Studium des Lebens; ein Studium, das uns im besten Fall uns selbst näherbringt.

♩Welches ist unsere Melodie? ♪

 

Ob wir das nun regelmäßig machen könnten, fragte eine Studierende mich am Schluss. Das hat mich sehr gefreut. Bin auf alle Fälle im November zurück mit einem dreitägigen Modul und bereit für noch mehr Tiefgang an der Hochschule.

Jogging-Schnappschuss an der Regattabahn in Duisburg: Immer schön von innen nach außen.
Jogging-Schnappschuss an der Regattabahn in Duisburg: Immer schön von innen nach außen.
0 Kommentare

Arbeitstitel: "Vermächtnis"

Je älter ich werde, desto lebendiger fühle ich mich. Und je lebendiger ich mich fühle, scheint mir, desto sterblicher fühle ich mich wiederum.

Ich bin weder krank, noch liegt irgendeine Erkenntnis vor, die mir Anlass zu der Annahme gibt, dass ich mich in absehbarer Zeit aus diesem Leben verabschieden werde. Ganz im Gegenteil: Ich habe noch eine ganze Menge vor.

Vielleicht ist es ja eben dieser Umstand, der es mir überhaupt erst möglich gemacht hat, mich in den letzten Wochen aus einer gewissen Losgelöstheit und Leichtigkeit heraus mit der Frage zu befassen, wie es wohl eines Tages um mein Vermächtnis bestellt sein wird. Angefangen mit dem Reim „Vermächtnis, Gedächtnis" beim Joggen, hat sich eine erste kreative Antwort formuliert, die ab heute ihre Bahnen ziehen darf. Es ist gewiss „nur" ein Entwurf. Aber es ist einer, dessen Entstehungsprozess in den vergangenen Tagen schon so manch berührendes Gespräch angestoßen und mich in seltener Art und Weise inspiriert hat.

Wer weiß, wofür es gut ist - dieses Musikstück im Arbeitstitel: „Vermächtnis".

 

0 Kommentare

Zeit, auch unsere Herzen zu vernetzen (aus gegebenem Anlass)

 

Keine Ahnung, ob die Welt ein besserer Ort sein kann und will,
aber lieber tue ich was, als dass ich abwarte und chill.
Nicht alles zu verstehen ist kein Grund mehr zu schweigen,
denn Ahnung braucht man keine, um sein Herz zu zeigen.

Wissen noch nicht wohin,
aber fangen wir bloß nicht mit dem Ausruh'n an,
ehe wir uns nicht im Klaren sind,
was jeder von uns tun kann.

Denn die Welt ist komplex
und wir sind mittendrin.
Sind doch längst unterwegs
auf der Suche nach Sinn.
Was machen wir mit dem Mantel, den wir tragen?
Wie antworten wir auf diese Tage der Fragen?
Denn die Welt ist komplex
und wir sind mittendrin.
Sind schon lang unterwegs
auf der Suche nach Sinn.
Was werden wir unseren Leuten später sagen?
Wie antworten wir auf diese Tage der Fragen?

(Auszüge aus dem Lied "Tage der Fragen";

Zeichnungen: völlig spontan und wohl auch naiv...

...aber von Herzen.)

 


0 Kommentare

Von neuen (Innen-) Räumen

Glücklich nach bedeutungsvollen Momenten.
Glücklich nach bedeutungsvollen Momenten.

Gleich zwei Ereignisse durfte ich in dieser Woche mitgestalten, die beide davon handelten, wie kleine und große Menschen neue Räume betreten.

 

Bei den i-Dötzchen waren es die Klassenräume, die sie am Mittwoch zum ersten Mal betraten, während ihre (Groß-) Eltern sich in neue Innenräume des Loslassens begaben. Dass die Schulleiterin einer Grundschule hier in Duisburg mich nun schon zum zweiten Mal einlud, musikalisch/inhaltlich an der Einschulung mitzuwirken, war mir eine wahrhaft große Freude. Die Wahl fiel auf "Geflogen wird nach vorn" der » Zugvögel «, das mit seinen Strophen und Botschaften auch zum roten Faden der Begrüßungsrede der Schulleiterin wurde. Die Aufführung des Liedes folgte zum Schluss der Veranstaltung. Man bat mich, Teile des Liedes mit den Eltern für die i-Dötzchen zu singen: „Ihr seid am Zug mit eurem eigenen Flug.“

Wenn die eigenen Songs ihre Flügel spannen... Nicht nur als Komponistin, sondern auch als ewige Schülerin, die sich allzu gut an ihren ersten Schultag erinnert (wer nicht!), war das ein wunderschönes Erlebnis für mich. Den Song gibt's übrigens in einer Demo-Version anzuhören und vorzubestellen, und zwar hier.

 

Ähnlich erfüllend ging es einen Tag später bei einem Workshop zum Thema "Spaces for New Work" im Rahmen der c/o pop in Köln zu. Peter Schreck, Thomas Klug, Judith Behmer, Doris Hallerbach und ich luden zum Austausch und Träumen über neue Räume ein. Es ging nicht nur um Arbeits-, sondern auch Innenräume. Meine Rolle bestand im Wesentlichen darin, Klavier zu spielen, zu singen, zuzuhören und zu "verdichten" - Letzteres im Bezug auf die Wortbeiträge der Teilnehmer. Dabei herausgekommen ist ein Gedicht mit dem Titel "Neue Träume brauchen neue Räume brauchen neue Träume."

 

Weniger Analyse und ruhig mal Weichheit.
Authentizität und eben mal nicht Gleichheit.
Orden vergeben für das, was wir leisten.
Vielleicht schaffen wir gar so am Allermeisten.

Raum für Kultur des Menschen, um den es geht,
der im besten Fall im Zentrum von allem steht.
Freiheit heißt Räume nutzen, ihnen Bedeutung geben.
Gerne auch mal ohne Zweck und Zeitdruck, aber mit ganz viel Leben.

 

Soweit ein Auszug. Das gesamte Gedicht gibt es hier:

Download
Neue Träume brauchen neue Räume brauchen neue Träume.
Verdichtung.pdf
Adobe Acrobat Dokument 791.1 KB

Immer wieder neue Gedichte stelle ich übrigens hier zur Verfügung.

 

Eines davon habe ich - und auch das passt zum Thema "neue Räume" - als Pilot in Audio-Form gebracht. Angedacht ist ein "Poetcast" mit dem Titel "Worte wie Helden". Gibt's spontane Stimmen bzw. Meinungen von euch dazu?

Kommen wir damit zum letzten neuen Raum für heute: Die » Zugvögel « sind als musikalisches Großprojekt einer der größten Räume, die ich derzeit erforsche und - mit euch! - bespiele. Oder sind sie gleich ein ganzes Haus, ein Dorf, eine Stadt? Zum Abschluss dieses Blog-Artikel gibt es heute Lied #2 der » Zugvögel « auf abermals kurzen Dienstwegen: "Verletzlichkeit".

 

Das erinnert mich daran: Neue Räume kündigen sich wohl auch in Sachen Jahreszeit an. Ich meine den Herbst, der seine Fühler und sein goldenes Licht in unser aller Richtung ausstreckt. Seien wir freundlich zu ihm und heißen ihn willkommen. Ich bin sicher, er hat die besten Absichten!

 

0 Kommentare

Zusammen ange-Pa(c)kt.

Fotos oben: City-Management Duisburg e. V.

 

Mehr über die Veranstaltung nachzulesen gibt es hier.

„Mit all seinen Tiefen, seinen Höhen roll ich das Leben ab vor deinem Blick.

Wenn du das große Spiel der Welt gesehen, so kehrst du reicher in dich selbst zurück.“

 

In der vergangenen Woche wurde mir die ehrenvolle Aufgabe zuteil, eine Veranstaltung zu moderieren, die sich der Zukunft der Duisburger Innenstadt widmete. Als ich gleich zu Beginn des Programms den Frontgiebel unseres Stadttheaters und damit Schiller zitierte, ließ ich den letzten Satz unvollendet. Die Idee war es, die Teilnehmer einzuladen, den Rest selbst nachlesen zu gehen. Aber so weit kam es nicht. Aus gleich mehreren Richtungen hörte ich Stimmen aus dem Publikum: „...so kehrst du reicher in dich selbst zurück." Das hatte schon fast was von Mitsingen beim Konzert.

 

Wäre uns zum Ende hin nicht die Zeit davon gelaufen, ich hätte noch ein paar abschließende Reime zum Besten gegeben (s. u.). Aber nichts geht ja bekanntermaßen je wirklich verloren. Und überhaupt - wir haben eine Menge zu gewinnen.

 

Nennt mich Träumerin oder naiv -

ich blicke mit Zuversicht auf die Entwicklung meiner Wahl-Heimatstadt Duisburg.

 

Handel ist Wandel - ein schlichter Reim, auf den schon Andere vor mir kamen.
Aber ein Treffen, das Gemeinsamkeiten unterstreicht - das ist ein einzigartiger Samen.
Verwalten oder Gestalten? Wer träumt, gelangt höher, immer weiter,
ragt hoch und steht fest bei jedem Wind wie unsere geschätzte, goldene Leiter.

Wer nicht nur tagt, sondern was wagt, der hat ein echtes Zukunft-Verständnis.
Ein Pakt wie dieser ist kein Versprechen. Es ist ein Liebesgeständnis.
Eine Stadt findet statt und, ja, pulsiert durch beherztes Beginnen im Innen.
Wer gemeinsam handelt und wandelt, wird auch gemeinsam aufblühen. Gewinnen.

 

Unterschätzt zu werden, ist temporär, wenn man sich auf Gemeinsamkeiten besinnt
und Chancen ergreift, wenn sie sich auftun, und sie als Einheit weiterspinnt.
Auf dem Weg zur Smart City, sind wir längst Heart City - die Herzen der Menschen hier sind groß.
Und wenn wir Ernst machen mit dem Pakt, dann packt das jeden, und wir treten hier richtig was los.

 


0 Kommentare

Sprecherin, Lehrbeauftragte und Weiter-Fliegerin

 

Heute lasse ich Bilder (und die Links, die bei den obigen Bildern hinterlegt sind) für sich sprechen. Ihr dürft euch gewissermaßen selbst einen Reim auf meine letzten Wochen und aktuellen Vorhaben machen.

 

Ich genieße derweil den Sommer - mal in vollen, mal in leeren Zügen. Und ihr so?

 

 

0 Kommentare

Zug um Zug. Flug um Flug.

Ich hatte es angekündigt. Die » Zugvögel « grüßen wieder. Diesmal in Form eines WDR-Beitrags, der am Montagabend lief.

 

Noch bis zum 23. Juli kann er hier angesehen werden.

 

Auf Facebook ist er hier (auch ohne eigenes Facebook-Konto) abrufbar.

 

Die Möglichkeit zum Mitmachen gibt's wie gehabt hier.

 

Ach ja. Einen neuen Newsletter zu all meinen künstlerischen Aktivitäten gibt es auch.

 

Zum Anmelden und Nachlesen.

0 Kommentare

Zu schade für die Schublade

In meiner Schublade schlummernd: manch Produktion, Ballade.

Ist schöpferischer Rückstau aber nicht auch schade?

Eitelkeit. Perfektionismus. Zeit, sie - mal wieder - abzulegen.

Alte, neue Songs für euch auf kurzen Wegen.

 

Alte Heimat. Ein Aufritt. Ganz unten. In Tiengen.

Schon bewegend, dort im Mai als "neue Anke" zu singen.

"Es ist alles nur geliehen" - ein neues » Zugvögel «-Lied,

das die Reisen (nach innen) als Wachstumschancen sieht.

 

Ein Videoprojekt. Derzeit noch in vollem Gange.

Porträts, bei denen ich ziemlich tolle Frauen einfange.

Keine Mühe, viele Kühe bei einem Dreh in Xanten.

Ich liebe diese Begegnungen mit dem Unbekannten.

 

Die » Zugvögel «. Unterwegs. Stets höher und weiter.

Ich immer noch und immer mehr: ihr Zugbegleiter.

Selbsterklärend ab hier nun meine Fotos und Lieder.

Ich träume und schöpfe. Und das wieder und wieder.

 

P. S.: Am kommenden Samstag gibt's Jens und mich hier in Duisburg im Rahmen der Extraschicht zu erleben - u. a. mit neuen Songs der » Zugvögel «.



Singen in Tiengen.


Ich dreh Porträt.


Blütenwüten.


Abschalten. Innehalten.

0 Kommentare

April: Ereignisse, Erfahrungen und Erkenntnisse

Der April war reich an Ereignissen, Erfahrungen und Erkenntnissen.

 

Schon mal bemerkt, dass eine Reihe von "E"s an eine Polonaise von oben erinnert? Ein bisschen Phantasie braucht es dazu - aber die habt ihr.

EEEEEEEE

Eine April-Polonaise von Tagen, die mich bisweilen zum Tanzen gebracht, in jedem Fall aber in Bewegung gehalten haben. Das kommt hin.

  • Ehrlich gefreut habe ich mich über den WAZ-Artikel, der von meinen Reisen und Kompositionen für die » Zugvögel « erzählt und den Werte-Kontext aufgreift, in den ich mein Albumprojekt eingebettet habe. Da hat jemand aufmerksam zugehört und mit Achtung geschrieben. Weiß ich sehr zu schätzen. Und den Rückenwind auf dem Foto nehme ich als dankenswertes Sinnbild.
  • Eindrucksvoll war die Preisverleihung des S.E.N.S.S. Award in Essen, im Rahmen derer ich mit meiner » Zugvögel «-Komposition "Wir können nicht sicher sein" auftreten und einen Sonderpreis entgegennehmen durfte.
  • Erfrischend, um nicht zu sagen aufregend, war auch mein Pitch beim Creative Startup Slam in Düsseldorf. Inmitten digitaler Erfindungen habe ich mit der Geschichte der » Zugvögel « und meinem vermeintlich analogen Ansinnen, den Wert von Musik neu zu denken und zu definieren, den zweiten Platz geholt!
  • Entwicklungen rund um die "Kunst in Wirtschaft in Organisationen" gibt es auch. Zu den spruchreifen gehört heute eine Veröffentlichung über das Thema im Kundenmagazin der NRW.Bank.
  • Entdeckerisch ging es in einer Grundschule in Duisburg zu, in der ich mich mit neugierigen Schülern unter dem zwanglosen Motto: "Jeder darf mal mit mir spielen." am Klavier zusammenfand. Die vierhändigen Experimente brachten zum Vorschein, dass so manch Kind in diesem Moment zum ersten Mal überhaupt an einem Klavier saß. Alles beginnt mit einem zarten Anfang - und im Falle von musikalischem Talent mit der Möglichkeit, ein Instrument zu erfahren. Ich weiß, wovon ich spreche und blicke mit tiefer Dankbarkeit auf jene Zeit, in der bei mir vor rund 30 Jahren alles begann.
  • Einzelheiten, die - so flüchtig und unsichtbar sie auch anmuten mögen - bei genauerer Betrachtung das Zeug dazu haben, zu verzaubern...gleich mehrere davon sind mir begegnet. Ein Teerhaufen am Wegrand, der funkelt wie ein prächtiger Sternenhimmel. Wundervoll schimmernde bzw. reflektierende Häuserfassaden. Und natürlich das Festival, das die Natur derzeit allgegenwärtig zu bieten hat. Schönheit wie diese kennt keine Zäune, wie eine meiner Momentaufnahmen eindrucksvoll belegt. Ob das wohl auch für die Zäune in unseren Köpfen gilt?
    Noch ein Tipp: Auf Instagram finden sich Momentaufnahmen wie diese in Echtzeit.

"Es ist alles nur geliehen." - diese Erkenntnis begleitete mich bei all meinen April-Aktivitäten. Sie kommt nicht traurig daher, sondern anerkennend, dass alles seine Zeit hat. Und dass es das Jetzt ebenso zu feiern gilt wie das Gestern loszulassen.

 

Und was leihen bzw. verleihen wir der Welt? Ich schließe mit einem Auszug aus meinem Gedicht "Den Träumern und den Spinnern" und lande damit irgendwie auch wieder bei der Polonaise:

 

Sie tanzen. Aus Freude und auch aus der Reihe.
Ignorieren die zynischen Rufe und Schreie.
Vor allem können sie eines: verzeihen.
Atemberaubend, welchen Zauber sie der Welt verleihen.

 

Ende des Blog-Artikels. In den Mai tanzen kann jeder. Wie sieht's bei euch aus mit durch den Mai tanzen?


Nachtrag:

Ein unmittelbar bevorstehendes Ereignis wirft seine Schatten voraus, und eine ehemalige Schulkameradin schickt mir dazu dieses Foto. Am kommenden Dienstag spiele ich in der alten Heimat. Alles Weitere hier.

Und einen  musikalischen Vorgeschmack in Form eines iPhone-Mitschnitts beim Üben hier.

Vorfreude!

1 Kommentare

Vom Opfer zur Schöpferin bei der up*satz f

Foto 7 - 14: Sarah Köster/BECKDESIGN GmbH

Meine erste Konzertreise in den Libanon hat mir seinerzeit die Augen geöffnet dafür, dass man nicht "nicht politisch" sein kann. Man kann sich die Freiheit nehmen, zu bestimmten Themen keine Meinung bzw. Haltung zu haben. Sich raushalten. Letztlich trifft man aber auch damit eine Entscheidung; wird damit unter Umständen sogar zur ungewollten Unterstützung - für Entwicklungen beispielsweise, die man später bedauert. Nichts-sagen und Nichts-tun fungieren seit jeher als Zustimmung, auch wenn das eine unbequeme Wahrheit ist, die uns zu der noch unbequemeren (wenn auch aufregenden!) Frage führt:

 

Was können, ja müssen wir heute sagen und tun, um uns später nicht den Vorwurf zu machen, uns weggeduckt zu haben?

 

Dieses und alle folgenden Bilder sind am Duisburger Innenhafen entstanden.
Dieses und alle folgenden Bilder sind am Duisburger Innenhafen entstanden.

Jedenfalls stelle ich mir diese Frage in den letzten Monaten immer wieder und ringe regelrecht mit mir selbst und meinen (künstlerischen) Antworten darauf. Das betrifft mein Verständnis von Demokratie, Frieden, gesellschaftlichen Werten und Klimaschutz ebenso wie Gleichberechtigung. Mit Letzterer habe ich mich in den vergangenen Wochen bedingt durch die #metoo-Debatte und diverse Anfragen zu "Frauenthemen" mehr als sonst auseinandergesetzt.

 

Davor war es vor allem der Libanon, der mich von Reise zu Reise für die Vorbildfunktion sensibilisiert hat, die mir offenbar zukommt, wenn ich dort, wie hierzulande, auf die Bühne gehe. Bin ich dort, verkörpere ich gewissermaßen, wie weit wir in Deutschland in Sachen Gleichstellung bereits gekommen sind. Bin ich hier, geht es mehrheitlich um die Notwendigkeit, nicht nachzulassen, bis wir faire, also gleiche, Rahmenbedingungen geschaffen haben.

 

Wie (bewusst) gehe ich mit dieser Vorbildrolle um, in die ich eher "hineingeraten" bin, als dass ich sie mir ausgesucht habe?

 

Als Unternehmerin, die ich bei all meinen künstlerischen Aktivitäten ja auch bin, nehme ich gelegentlich an reinen Frauenveranstaltungen teil. Ich tue dies oft mit gemischten Gefühlen. Einerseits ist es schön und inspirierend, mal "unter seinesgleichen" zu sein und sich entsprechend offen austauschen zu können. Andererseits bringt es uns in meiner Überzeugung nicht weiter, wenn wir mehr über ein gleichberechtigtes Miteinander zwischen Frauen und Männern sprechen, anstatt es miteinander zu besprechen und schlussendlich zu leben.

 

Interessanterweise habe ich mich in meiner Rolle als Frau in den letzten Jahren selten bis gar nicht benachteiligt gefühlt, auch wenn ich es in meiner Arbeit häufiger mit Männern als mit Frauen zu tun habe. Eher schon nehme ich eine Benachteiligung wahr, wenn es um die Art und Weise geht, wie unsere Gesellschaft mit Künstlern bzw. dem Wert von Kunst und Kultur umgeht. Mittlerweile gehe ich davon aus, dass sich jeder von uns je nach Situation und Betrachtung einer benachteiligten Minderheit zugehörig fühlt. So oder so stellt sich da für mich die Frage:

 

Wie werden wir vom Opfer zum Schöpfer bzw. zur Schöpferin?

 

Mit Fragen wie diesen im Sinn kam Ende letzten Jahres auch die wunderbare Nadine Jentz auf mich zu, die mit ihrer Veranstaltung up*satz f am 22. März im exzenterhaus businessclub in Bochum zum zweiten Mal ein Forum gab für "Frauenthemen", die letztlich doch weit über eben diese hinausgehen.

 

Inspiriert von den Gegebenheiten vor Ort, ging ich bei meinem künstlerischen Grußwort gleich zu Beginn der Veranstaltung der Frage nach, wie man aus einer Wand, der man im Alltag ebenso wie im Kopf begegnen kann, den ersehnten Wandel machen kann. Dass die Damen im Publikum dieser offenen, persönlichen und pragmatischen Herangehensweise in Form von Erfahrungen und Erkenntnissen mit so viel Dankbarkeit und Zuspruch begegneten, hat mich nicht nur riesig gefreut, sondern auch ermutigt.

 

✶ Und Lust gemacht auf mehr ...

...leidenschaftliche Gespräche dieser Art über das, was uns wirklich weiterbringt.

 

...Spaß und Leichtigkeit im Umgang auch und v. a. mit den "schweren" Themen.

 

...Menschen, die sich an (gerne auch große!) Ideen wagen.

 

...Wandel  ⤷ ⤴︎.

Wandeln = Handeln. Bin ich neugierig, was das für mich und uns alle in der nächsten Zeit bedeuten kann!

 

Zitiere ich abschließend doch noch aus dem Song einer geschätzten Duisburger Musikerin, die es besser auf den Punkt bringt, als es mir gerade gelingen würde:

 

Wir können nichts festhalten, aber Haltung bewahren

und uns treu bleiben in all den Jahren.

Dies ist jener Augenblick, von dem wir später sprechen.

Dies ist jener Zauber, wenn die neuen Zeiten anbrechen.

 

0 Kommentare

Die letzten Wochen in Bildern

Derzeit schreibe ich so viel wie noch nie: Songtexte und Förderanträge für die » Zugvögel «, Vorträge, Presseankündigungen, Gedichte und Buch-Kapitel. Da darf ein Blog-Artikel wie dieser gerne auch mal Bilder und Momentaufnahmen wie diese sprechen lassen:

für Erläuterungen zu den Aktivitäten und Eindrücken auf die Bilder klicken

Aktuelle Links, die euch interessieren könnten:

Um eine zeitnahe Email-Benachrichtigung über Blog-Artikel wie diesen zu erhalten, gerne und kostenfrei hier eintragen. Das Newsletter-Abo gibt's hier.

 

Leute! Wir haben's bald geschafft. Der Frühling kommt. Ganz bestimmt! 

 

1 Kommentare

Durchstarten geht nur durch Starten.

In Einstimmung auf diesen Blog-Artikel kommt mir in den Sinn, einen Blick in meine Gedichte zu werfen. Was hat Frau Johannsen eigentlich schon so zum Thema Anfang/Start gereimt? Mir begegnet "Eine wunderschöne Reflexion". Darin heißt es:

 

Nicht auf irgendwas warten.
Durchstarten.
Nicht verbiegen.
Über dem Durchschnitt liegen, ach was, fliegen.

 

Na bitte. Zu den Zug- und Flugstunden meines Jahresauftakts gehörten zwei weitere und damit die letzten beiden Zugfahrten für die » Zugvögel «. Beachtliche 7203,85 € sind für mein - unser! - Album beieinander. Das entspricht 36,02 % der angestrebten Gesamtsumme von 20000 €. In diesen Tagen schwärme ich aus in Sachen Fördertöpfe und Sponsoren. Zu Letzterem habe ich eine Informationsseite eingerichtet, auf der u. a. auch eine Vorproduktion von "Geflogen wird nach vorn" zu hören ist. Albumpate kann man in Form von CD-Vorbestellungen wie gehabt hier werden.

Was für mich offengesagt aber noch viel wichtiger ist als das Thema Geld, ist die menschliche und kreative Dimension dieses Projekts. Achteinhalb von 10 Kompositionen sind mittlerweile fertig, und ich kann mit "Flug und Recht" schreiben, dass mich die Geschichten und das Vertrauen meiner 10 » Zugvögel « in der Tat beflügelt haben. Und sie tun dies noch immer. Das macht mich dankbar. Und demütig.

Es steht zu vermuten, dass es sich beim "Lifesaver" von Niki de Saint Phalle ebenfalls um einen Zugvogel handelt. Die gemalten Bilder zum Thema "Fantasievolle Lebensretter" (s. o.) stehen jedenfalls in unmittelbarem Zusammenhang mit gleichnamigem Brunnen in der Duisburger Innenstadt und begegneten mir in einer Grundschule hier in Duisburg. Dort durfte ich zum wiederholten Male einen Workshop für das Kollegium gestalten, wobei die Lehrer selbst letztlich den größten gestalterischen Part übernahmen - es ging (wieder) um Kreativität als Öffnung zu mehr Erkenntnis und Sinn.

 

Üblicherweise hält der Januar Vorbesprechungen bzw. Planungstreffen hinsichtlich neuer Themen, Projekte und Auftritte bereit. So auch in diesem Jahr. Und wie so oft bin ich neugierig und gespannt, welche der Samen aufgehen werden. Alles zu seiner Zeit.

 

Zeit ist in jedem Fall immer für Momentaufnahmen wie jene, die das Ende dieses Blog-Artikels übernehmen -- Entdeckungen und Fundstücke im Alltag inkl. einer stetig wachsenden Zahl von Handschuhen.

 

Das letzte Wort überlasse ich derweil einem weiteren Auszug aus besagtem Gedicht. Vorher wünsche ich aber noch ein wahlweise jeckes oder entspanntes (oder entspannt jeckes oder jeck entspanntes) Karnevals-Wochenende. Es gilt: Auch bunte Vögel wie jene am Rosenmontag auf den Straßen sind (Um-) » Zugvögel «.


Mit wehenden Fahnen
in ungeregelten Bahnen.
Wacker
auf jedem Acker.

 

0 Kommentare

2018: Nicht ducken, sondern aufmucken.



1 Kommentare

Ein frohes Fest und ein festes Froh.

Anke Johannsen, Foto: Jacqueline Wardeski
Foto: Jacqueline Wardeski

 

 Ich wünsche euch ein ✶ frohes Fest ✶.

 

Vielmehr noch als das wünsche ich euch aber

 

ein【 festes Froh 】.

 

Und zwar eines, das ihr euch weit über den Dezember hinaus bewahrt.

 

Ein 【 festes Froh 】das ganze Jahr.

Eine tiefe ⚘ Zufriedenheit ⚘.

Eine noch tiefer verankerte ❁ Dankbarkeit ❁.


Das Leben ist und bleibt ein Geschenk.


Auch in diesem Jahr habe ich Menschen kommen und gehen sehen. Je länger ich gleich einer Spirale um die Vergänglichkeit des Lebens kreise, desto klarer wird mir: Wir sind hier, um dieses Geschenk des Lebens Tag für Tag auszupacken. Formen und Wege zu finden, dieses Geschenk zu teilen. Und es zu vermachen, wenn es schließlich an der Zeit ist, zu gehen.

Ich für meinen Teil wünsche mir in diesem Jahr keine fröhlichen Weihnachten. Ich wünsche mir ehrliche Weihnachten. Verzeih-nachten. Frei-nachten. Eine Zeit, in der ich innehalte und mich besinne. In der ich zur Ruhe komme und das alte Jahr mit all seinen wunderschönen Momenten und Schönheitsfehlern loslasse, um das kommende mit frischer Neugier und naiver Offenherzigkeit willkommen zu heißen.

 

Weihnachten. Das Sein achten. Das Leben ist und bleibt ein Geschenk. Und ihr seid es auch. Danke für euer Interesse an meinem Schaffen in diesem Jahr. Auch das ist ein Geschenk, das ich in Form dieses Jahresrückblicks gerne an euch zurückgebe.

Viel Freude damit und alles Liebe ❤︎.


1 Kommentare

Wenn das Leben Bogen spannt.

Erst Anfang November führte mich eines meiner » Zugvögel «-Interviews nach Hamburg. Inmitten des ländlich anmutenden Idylls von Willinghusen hat dort vor wenigen Monaten das Café "Die Unikate" eröffnet. Dessen Betreiberin Vio widmet sich mit so viel Liebe für's (kulinarische wie menschliche) Detail ihren Gästen, dass ich gar nicht anders konnte als mit ihr noch in diesem Jahr ein kurzfristiges Weihnachtskonzert einzutüten.

Vor dem Spannungsbogen am Abend erlebte ich in den Stunden vor dem Konzert diesen wunderschönen Regenbogen in der Nähe des Spielortes.
Vor dem Spannungsbogen am Abend erlebte ich in den Stunden vor dem Konzert diesen wunderschönen Regenbogen in der Nähe des Spielortes.

Auf spontane Entscheidungen wie diese ist Verlass, so zeigte sich einmal mehr. Der vergangene Samstagabend wurde zu einem der besinnlichsten Konzerte meiner bisherigen Bühnenjahre. Neben dem Spannungsbogen, der sich aus den Gedichten, und (ganz neuen, bewährten und instrumentalen) Songs ergab, war das einem äußerst herzlichen, sympathischen, zutraulichen, aufmerksamen und wertschätzenden Publikum zu verdanken.

 

Wenn das nicht Weihnachten ist, was ist es dann?

0 Kommentare

Vor der Kamera und im Radio

In dieser Woche war ich im Studio der talentierten und aufstrebenden Jacqueline Wardeski zwecks neuer Porträt-/Künstler-/Pressefotos. Zu gegebener Zeit - und darauf freue ich mich schon sehr! - wird es hier die Ergebnisse zu sehen geben. Teaser: Wir haben dafür u. a. eine Spiegelplatte aus dem Baumarkt zertrümmert.

Nichts zu Bruch gehen wird indes im Rahmen meines Besuchs beim Bürgerfunk und der Radiosendung "Dunkelweiss". Klaus Brüggenwerth hat mich (ich habe extra nochmal nachgezählt) zum sechsten mal zum Gespräch gebeten. Dieses Mal geht's vornehmlich um die » Zugvögel «. Nach all den Jahren und Sendungen lasse ich es mir dieses Mal nicht nehmen, Klaus auch mal ein paar Fragen zu stellen. Das Ganze zu hören gibt's am kommenden Sonntag zwischen 19 und 20 Uhr auf Radio Duisburg. Wer bis dahin in die anderen Sendungen hören möchte, wird hier fündig.

 

Auf zum Bahnhof. Interview # 7 für die » Zugvögel « steht heute an.

 

Ein tolles Wochenende allerseits!

0 Kommentare

Wenn die neuen Zeiten anbrechen



Beim Komponieren, Spielen und Singen kommen mir immer auch innere Bilder. Früher konnte ich deswegen oft nur mit geschlossenen Augen am Klavier sitzen. Viele Jahre Bühnenerfahrung später kann ich meine Lieder heute zwar auch mit geöffneten Augen vortragen. Die inneren Bilder sind jedoch geblieben...und sind für mich bis heute viel mehr noch Teil meiner Musikalität als beispielsweise Noten.

Von Zeit zu Zeit wage ich es, mein Kopfkino zumindest in Ansätzen in Form von Musikvideos "einzufangen". Es ist und bleibt jedes Mal wieder ein Versuch, denn nichts im Außen kann die Pracht der inneren Bilder wirklich abbilden. Und doch ist es immer wieder einen (bisweilen spontanen und so ziemlich immer intuitiven) Versuch wert.

Dieses Video ist - mal wieder - auf ziemlich kurzen Dienstwegen und in kompletter Eigenregie in den eigenen vier Wänden entstanden. Erwähnenswert ist an dieser Stelle, dass mein Klavier selten so sauber war wie nach der Putzaktion, die dem Schreiben auf der Tastatur folgte (s. Video). Was ein Akt.

 

Es gibt heute also pünktlich zum Nikolaus ein neues Musikvideo zu "Wenn die neuen Zeiten anbrechen" - einem Song, der mir über die Monate besonders ans Herz gewachsen ist. So kurz vor Jahresende scheint er mir besonders stimmig. Findet ihr nicht auch?

7 Kommentare

Einen Reim auf den November gemacht

Die Muse lässt sich zwar nicht immer steuern und timen.

Aber heute hab' ich Lust, in meinem Blog zu reimen.

Vorbei fast wie im Flug: die letzten Tage und Wochen.

Krass. Weihnachtszeit und -zauber sind schon ausgebrochen.

Zwei Songs von mir für euch. Seit Kurzem online am Start,

verbunden mit dem Dank, dass ihr geduldig wart.




Und was war sonst noch los und bei mir angesagt?

Die Welthungerhilfe Düsseldorf hat wieder angefragt.

Beim "Rock gegen Hunger" hab' ich in der Jury gehockt

und im Maritim Hotel dann wenig später selbst gerockt.

Auch nach Frankfurt ging's für mich, zum Preview von Plan W.

Der Grund: Ganz einfach, weil ich gerne starke Frauen seh'.

Auch erwähnenswert ein Workshop in Wuppertal.

"Smart City" dort das Thema, guckt hier einfach mal.

Geschrieben hab' ich auch, und zwar ein Vorwort und Lieder.

Die » Zugvögel « ziehen, und das immer wieder.

 

Während vereinzelt die Farben noch die Wälder zieren,

packen wir uns schon mal ein, um später nicht zu frieren.

Kekse, Weihnachtsmärkte,...doch, 'ne schöne Perspektive.

"Genießt es!", wünscht euch herzlich die Kreative.

0 Kommentare

» Zugvögel « - Halbzeit

Es gibt Neuigkeiten rund um die » Zugvögel «, und zwar in diesem Video und in ihrem "Nest" hier auf meiner Website.


0 Kommentare

» Zugvögel « - Studio-Session 2 (Gesangsaufnahmen)

Ich habe hier für euch ein paar Eindrücke der zweiten Studio-Session zusammengeschnitten. Nachdem wir zwei Wochen zuvor die Flügelspur gelegt hatten, war in der vergangen Woche bei meinem zweiten Besuch im Studio K von Thomas Kern buchstäblich der Gesang beflügelt.

 

Das Crowdfunding der » Zugvögel « läuft noch bis Ende des Jahres. Dann entscheidet sich, in welchem Umfang die Produktion ausfallen wird. Eine letzte Auslosung steht bevor (Anfang November). Wer mehr als nur ein Album vorbestellen möchte, fasst sich JETZT ein Herz.


1 Kommentare

Wien = Wie'n Ausflug in Wunderwelten

Die Gestaltung eines Workshop zum Thema "Kreativität in und durch Musik" auf Einladung von Doris Rothauer führte mich in dieser Woche nach Wien. Einst der Ort, an dem ich mit zarten 18 Jahren meine ersten öffentlichen Live-Auftritte absolvierte, war die Freude groß, dieser wunderschönen Stadt nach all den Jahren einen weiteren Besuch abstatten zu dürfen.

Wunderschöne Kulissen und besondere Begegnungen mit ebenso besonderen Menschen ließen meine dreitägige Reise anmuten wie einen Ausflug in Wunderwelten. Inmitten von derart viel Tiefgang, Weitsicht, Schönheit und Kultur kam ich mir zwischenzeitlich vor wie in einem Traum. Mit meinen vielen fotografischen Momentaufnahmen habe ich ihn zumindest ein wenig in die Wirklichkeit geholt.

Nicht einzufangen war indes meine Fahrt mit dem sog. "Praterturm" - einem 117 Meter hohen Kettenkarussell. Angepeilt hatte ich auf Wiens Vergnügungspark eigentlich das Riesenrad. Während ich vom Riesenrad aus den Sonnenuntergang genoss, fiel dann allerdings die Entscheidung: Zeit zu fliegen und damit meiner Reise einen würdigen Schlusspunkt zu verleihen. Hatte ich Respekt vor der Höhe? Gewiss. Hatte ich Freude am Fliegen? Oh ja. Und diese Erkenntnis im freien Flug: Höhen hält man aus, wenn man nicht nach oben, unten oder hinten guckt, sondern wie in diesem Falle den wunderschönen Sonnenuntergang genießt. Und: Der Horizont kann als beruhigender Fixpunkt dienen. Weitblick beruhigt und gibt Halt. Interessante Einsichten für das "echte Leben". Und ein großartiges Gefühl.

 

Wer eine etwas ausführlichere Erzählung über meine Fahrt auf dem "Praterturm" lesen möchte, wird hier fündig.

 

Und wer Lust und Zeit hat, begibt sich mit diesen Momentaufnahmen auf Reise nach Wien.


Kunst Haus Wien. Museum Hundertwasser


Innenstadt


Schloss Schönbrunn


Prater

0 Kommentare

Ein neues Video, zwei Blog-Artikel, Update » Zugvögel «, Inspiration der Woche


1 Kommentare

Was nehmen, was geben wir mit?

Was macht man mit einem Sommer, der nicht so sonnig und unbeschwert aus-, sondern über weite Strecken ins buchstäbliche Wasser fällt? Gegenfrage: Was spricht dagegen, der Nässe ihre Schönheit einzugestehen? Und was spricht beispielsweise gegen ein Picknick am Duisburger Hauptbahnhof? Der Anblick der ankommenden und weiterziehenden Züge am Ende von Gleis 13 kann mit selbstgemachtem Pflaumenkuchen in der Hand jedenfalls ähnlich erholsam anmuten wie Ebbe und Flut mit Sand unter den Füßen. Schön, wenn es Freundinnen gibt, die sich auf einen solchen Spaß einlassen. Und sind es letztlich nicht genau solche Erinnerungen, die wir noch lange in uns tragen? Und damit sind wir bei der Überschrift, die ich meinen letzten Wochen mit diesem Blog-Artikel gebe.

 

Eben noch habe ich mit einem sterbenskranken Menschen im Bekanntenkreis telefoniert und ihn für seine Tapferkeit bewundert. Schon erreicht mich der Anruf eines befreundeten Paares, das mir erleichtert und glücklich von der Geburt seines Kindes berichtet. Da komme ich nicht umhin, die Zyklen des Lebens zu bestaunen. Die letzten Wochen bespielten die ganze Klaviatur derartiger Ereignisse, die mich mal mittelbar, mal unmittelbar betrafen. Mehr denn je gilt da die Aussage: Man sollte die Feste feiern, wie sie fallen. Oder auch: Man sollte feste feiern, wenn man fällt.

Als ich mich neulich auf den Weg zu einem Umzug in der Familie begebe, frage ich mich, was wir am Ende eigentlich mitnehmen. Und dabei geht es mir um mehr als Umzugskartons und Möbel beim Ortswechsel. In Gesprächen wird man mich bisweilen sagen hören: "Wir nehmen uns immer mit." Damit meine ich, dass wir vor nichts wegrennen können; dass wir in den Herausforderungen des Lebens ebenso wie in seinen Geschenken uns selbst begegnen. Was machen wir daraus letztlich? Und was geben wir davon jenen, die uns folgen und die auf uns bauen, mit?

 

In einem Workshop, den ich unlängst an einer Duisburger Grundschule für deren Lehrer gestalten durfte, widmete ich mich ähnlich wie schon im Frühjahr bei der Führungswerkstatt in Wuppertal der Frage: "(Wie) Kann Sinn führen?" Nein, allgemeingültige Antworten hatte ich auch diesmal nicht im Angebot. Aber Fragen und Erfahrungen, die mich in den letzten Jahren weitergebracht haben. Unter'm Strich bin ich der festen Überzeugung, dass jeder von uns in sich trägt, was er für ein erfüllendes und erfülltes Leben benötigt.

Als einer der jüngeren Lehrer am Ende unserer Session den Entschluss äußerte, sich im neuen Schuljahr an das Innehalten zu erinnern, um den Werten, die er seinen Schülern mitgeben (und ja, auch vorleben) möchte, treu zu bleiben, war damit für mich alles gesagt...

...wenn auch noch nicht gesungen. Denn man bat mich, an der Einschulung der Erstklässler in der folgenden Woche einen Song aufzuführen, den ich im Rahmen des Workshops vorgetragen hatte: "Alles, was du brauchst, ist da!", lautet dessen Botschaft im Refrain. Eine prall gefüllte Turnhalle lauscht mir eine Woche später aufmerksam, und ich darf den Kleinen wie den Großen bei einem solch einschneidenden Ereignis für die Dauer eines Liedes meine Musik mitgeben. Was für eine Freude und ja, auch Ehre.

Und damit schließt sich der Kreis. Vor geraumer Zeit habe ich mich mal (wieder) gefragt, was von mir bleibt, wenn ich nicht mehr bin. Möglichst viel Musik, war die offensichtliche Antwort. Aller Widrigkeiten zum Trotz, die man als Musiker dieser Tage antrifft, habe ich mich entschieden, ein weiteres Album zu machen. Wie läuft es für die » Zugvögel «?

 

Ein großer Bericht in der Rheinischen Post darf als ordentlicher Rückenwind verstanden werden. Wobei das Wort "groß" genau so gemeint ist. Ich habe jedenfalls nicht schlecht gestaunt, als ich die Zeitung aufschlug. Das vollständige Porträt nachzulesen gibt es hier.

Fast ein Viertel der angestrebten Summe ist mittlerweile beieinander. Und ich nehme auch in den nächsten Monaten noch mit, wer mitkommen möchte.

 

Alles Weitere nachzulesen und die Möglichkeit, Albumpaten zu werden, gibt es hier.

Zum bisherigen Entstehungsprozess gibt es zu sagen: Insgesamt sechs der 10 » Zugvögel « sind mittlerweile ausgelost und kontaktiert. Nach Berlin führte mich mein zweites Interview. Da es sich bei den Gewinnern um eine Familie mit Kleinkind und Baby handelte, passten wir unser Interview den Gegebenheiten an. Mitten im und aus dem Leben. Wunderbar. Weitere Berlin-Eindrücke waren auch noch drin.

Kommen wir abschließend zum Thema "Werte", das mich seit geraumer Zeit umtreibt (nachzulesen auch hier) und u. a. auch dazu bewogen hat, die Kosten und den Entstehungsprozess der » Zugvögel « transparent zu gestalten.

Bei einer Begegnung mit Freddy Fischer von der gleichnamigen Stiftung aus Essen kam es Ende Juli zu der Idee einer entsprechenden Gesprächsrunde beim Essener Rü... Genuss pur!. Es entstand dort die Aktion "Robin Gut", der ich mein Männchen geborgt und meine Ideen zur Verfügung gestellt habe. Auch hier geht es um die Frage, was wir unseren Mitmenschen (mit)geben. Mehr über die Aktion zu erfahren gibt es hier.

 

Dieser Blog-Artikel handelte von Zügen, Umzügen und von der Frage, was wir tun können, damit "das echte Leben" Ein-Zug hält. Fest steht: Welche Züge auch immer unser Leben jetzt gerade trägt - wir sind am Zug.


Deine verspielten Zugrunden:
Feine, gezielte Flugstunden.

 

Mit diesem Aus-Zug aus einem neuen Gedicht wünsche ich euch einen wundervollen Herbst. Wenn man den Sommer erst einmal losgelassen hat, ist er eine großartige Jahreszeit, finde ich.

 

0 Kommentare