Anke Johannsen

 

»Fü(h)r dich.

Das innere Feuer schüren.
Mit allen Sinnen spüren.
Einander zu Tränen rühren.
Mit Blick auf die offenen Türen
das, was uns verbindet, sichtbar machen. Küren.
Das ist Führen.«

 

 

 


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Mitglied im "Labor für Kunst und Wirtschaft" und im "in.DU-Netzwerk".

Mehr über mich zu lesen gibt's auf Wikipedia und mehr von mir zu sehen hier.


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Aktuelles aus dem Blog

"(Wie) Kann Sinn führen?"

Die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft veranstaltete in dieser Woche ihre "Führungswerkstatt" in den Räumen des CSCP (The Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production) in Wuppertal. Knud und ich waren eingeladen, dort eine einstündige künstlerische Erfahrung zu gestalten, die sich - wie auch der Rest der ganztägigen Veranstaltung - dem Thema "(Wie) Kann Sinn führen?" widmete.

Die kreativen Notizen, die Knud und ich während der Vorträge am Vormittag in gereimter und gezeichneter Form erstellten, präsentierten wir dabei ebenso wie Live-Musik und eine (Schreib-) Übung, die wir mit allen Teilnehmern durchführten. Darin ging es um die Frage, ob unsere fünf Sinne und unsere Wahrnehmung uns Aufschluss über unseren Sinn im Leben geben können, also uns führen können.

Ähnlich erfreulich wie die Tatsache, dass sich alle Anwesenden darauf einließen, waren die Rückmeldungen, die wir im Anschluss an die Veranstaltung erhielten. Spannende Gespräche mit engagierten, teils noch recht jungen Menschen. Das war ein sehr inspirierender und ermutigender Tag. Und das sage ich auch mit Blick auf unsere bevorstehende "Leadership Session" am 5. Mai in Liechtenstein.


Das Experiment

Wenn's dir zu weit geht, gehst du weiter.


Sei dir gewiss der Wegbegleiter.


Sie verstehen, wie du, dass sich Ehre häuft,


wenn deine, unsere Zeit nicht mehr ins Leere läuft.



 

Auf dem neuen Weg also ins Volle laufen,


dabei nur noch das bereichernd Tolle kaufen.


Die Leere so gegen die Fülle tauschen,


sich an der neuen, erfüllten Hülle berauschen.

 

Du musst nicht immer wissen, wer du bist.


Es reicht, wenn du spürst, was in dir ist.


Musst nicht länger suchen, nicht mehr leer laufen.


Lass dich fallen, feiern, vom freien Meer taufen.



 

Das Wesen verrückt

und neu bestückt.


Das Experiment:


geglückt.


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Seitenende, Zeitenwende

In einer Mischung aus beruflich Relevantem und subjektiv Erlebtem nimmt mein Blog hier von Zeit zu Zeit Gestalt an. Es war viel los in den letzten Wochen. In Anbetracht dieser Ereignis-Fülle heißt es da, auf den Punkt zu kommen. Aber auf welchen eigentlich?

Einer der Punkte, der mich aktuell (und mal wieder) begleitet, ist die Veränderung. Veränderung gehört zur Natur des Lebens. Nur wollen wir das oft nicht so sehen. Das Lebenskonzept des Menschen, so scheint es, bevorzugt zumeist die Sicherheit dem Risiko. Als ließe sich das Leben wirklich kontrollieren.

Beim Spülen neulich in Gedanken mit dem Thema Abschied befasst, hatte ich plötzlich den Reim "Seitenende, Zeitenwende" im Ohr (Ich liebe es, wenn mich die Kreativität derart im Alltag besuchen kommt!).

Das Ende einer Seite oder gar eines ganzen Kapitels, stellvertretend für den Abschied im Leben, kann Unbehagen auslösen. Doch dem Abschied - das wissen wir, lebenserfahren, wie wir mittlerweile sind - folgt sogleich der nächste Anfang. Das Seitenende wird zur Zeitenwende. Es liegt einzig an uns, ob wir diese Veränderung meistern und wie (also beispielsweise mit wie viel Mut) wir sie gestalten. Ein wichtiger, ja der springende Punkt:

 

Es liegt einzig an uns, unser Leben zu führen.

Mit Blick auf meine beruflichen Aktivitäten der letzten und bevorstehenden Zeit könnte man an dieser Stelle durchaus von "Führling" anstelle von "Frühling" sprechen. Die Leadership Session, die ich gemeinsam mit meinem Bruder Knud erstmalig am 5. Mai in den "Little Big Beat Studios" in Liechtenstein anbiete, nimmt konkrete und lebendige Form an.

In wunderschöner Kulisse wie dieser lässt sich wahrlich inspiriert arbeiten. Im gesamten Organisations-Team wächst somit die Vorfreude.

 

Ebenfalls im Zeichen des Führens steht Knuds und mein Beitrag an der Führungswerkstatt am CSCP in Wuppertal am 19. April: "(Wie) Kann Sinn führen?".

 

Während mein Vortrag zum Thema "Crowdfunding" in Mönchengladbach und meine Moderation der Gründerinnen-Veranstaltung in Wesel hinter mir liegen,...

...steht ein weiterer Beitrag zum Thema "Crowdfunding" im Rahmen des Unternehmerinnen Forums Niederrhein noch bevor, und zwar am 28. April in Duisburg.

 

Und da wir gerade bei Terminen sind: Mit einem Augenzwinkern als "Familien-Experiment" bezeichnet, stehen für die nächsten Monate die folgenden Konzert-Termine mit Knud am Saxophon ins Haus Johannsen:

 

Sonntag, 21. Mai 2017

Wilhelm 13, Oldenburg

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19. - 29. Juni 2017

5. Konzertreisen in den Libanon

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Samstag, 22. Juli 2017

Purpur, Horheim

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Sonntag, 23. Juli 2017

Hans Carossa Klinik, Stühlingen

Nach dem Projekt "Stille Helden" vor zwei Jahren arbeite ich derzeit an einem neuen Musik-/Video-Projekt für die Euregio Rhein-Waal und die Stadt Duisburg. In Anlehnung an eines meiner Lieder und unter dem Arbeitstitel "Dies ist nicht der Augenblick, um Angst zu haben" habe ich es dabei mit Menschen aus aller Herren Länder zu tun. Als "Flüchtlinge" könnte man wohl die Mehrheit von ihnen bezeichnen. Ich tue mich schwer mit diesem Wort. Irgendwie sind wir bisweilen doch alle Flüchtlinge...und am Ende vor allem Menschen. Und so empfinde ich es vornehmlich als Freude und Ehre, mit dieser bunten Mischung aus Menschen zu tun zu haben. Ich lerne viel und bin offen, ja gespannt, was die nächsten Wochen und Monate für uns bereithalten.

Manch einem mag es aufgefallen sein: Ich habe meiner Website im Zuge des Frühjahrsputzes einen neuen Anstrich verpasst. Bereits Anfang des Jahres habe ich die Rubrik "Inspiration der Woche" eingeführt. Hinzugekommen ist nun noch die "Spielecke". Einfach, weil's geht.

Vieles ist aber auch beim Alten geblieben. Über 400 Handschuhe habe ich mittlerweile gefunden (> "Handschuhbidoo")! Und ich finde noch mehr...nämlich Duisburg immer wieder wunderschön. Nach meinen Reisen genieße ich es umso mehr, wenn mich meine Wahl-Heimat Duisburg - beispielsweise bei einer Joggingrunde - mit ihren Lichbtlicken verzückt (> "DU-Lichtblick").

Meine Treue gilt auch weiterhin dem Dichten. Eine Kostprobe davon gibt es weiter unten und den Rest meiner Gedichte hier nachzulesen.

 

"Was ist denn nun mit einem neuen Album?", werde ich immer wieder und häufiger gefragt. Immerhin befasse ich mich seit rund zwei Jahren mit dessen Planung und Umsetzung. Zugegeben, es ist eine Jonglage, meiner "dienstleistenden Kunst" und jener, die um ihrer selbst Willen Form annimmt (also der Musik, die aus meinem tiefsten Inneren kommt), gleichermaßen gerecht zu werden. Aber ich komme, wenn auch in kleinen Schritten, voran. Und so kann ich an dieser Stelle verkünden, dass das neue Album...Trommelwirbel...

« Zugvögel »

heißen wird. Ich packe meine Sachen für eine weitere spannende Album-Reise...mit euch.

 

Für heute bleiben zwei meiner Schnappschüsse: Das Eier-Bemalen mit den Kleinkindern aus der Familie gehörte fernab meiner beruflichen Abenteuer zu meinen ganz persönlichen Höhepunkten der letzten Wochen. Und das Ende eines Radwegs irgendwo in Vorarlberg wird hiermit zum Ende dieses Blog-Posts. Einfach, weil's geht.

 

In diesem Sinne einen tollen Führling/Frühling und wunderbare Osterfeiertage allerseits!


Eine Geschichte über das Schleifenlassen und warum diese Formulierung auch etwas Gutes bedeuten kann.

"Lässt sich das Leiden vermeiden?", fragte der Diamant,
als das Leben ihn roh am Rand des Weges fand.
"Nein, ich fürchte nicht.", sprach da ganz frei das Leben.
"Aber es macht dich schön und deine Kanten eben.

Er wird wehtun und schmerzen - der polierende Eingriff.
Aber edel wirst du sein nach einem solchen Feinschliff."
"Gut, dann leg' halt los. Ich bin bereit zu scheinen.
Lieber froh als roh unter den vielen Steinen."

Es ging zu Werke das Leben mit ganz sicherer Hand.
Mal mit Sanftheit, mal mit Stärke, wie's es grad befand.
Es schliff hin und her. Hoch und, ja, auch runter.
"Aaah!", rief unser Freund , "Werd' ich je wieder munter?"

"Hab' Geduld, mein Lieber. Hab' Vertrauen in mich.
Lass' dich fallen im Schlaf. Gewiss, ich wecke dich."
Und so träumte der Stein von seiner neuen Brillanz,
seinem hübschen Leben im neuen Glanz.

Erst ein Flüstern, dann ein Rufen: "So, jetzt komm' zurück!"
Da! Dem Leben war's gelungen: sein Meisterstück.
"Fremd und wunderschön, und doch mit dir verwandt:
Ecken, Kanten und Form von dir als Diamant!"

Und das Leben war zufrieden. Oh, es liebte die Wandlung!
So zu transformieren: seine Lieblingshandlung.
Die Steine sagen nein zumeist zur Frage des Lebens.
Doch das Angebot, das lernen wir, ist niemals vergebens.


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Viele Antworten und noch mehr Fragen

Wenn ein System durch ein ungewohntes Element irritiert wird, kann dies ein belebender Aufbruch sein - eine Chance, neue Wege zu entdecken und beschreiten. Darin besteht in wenigen Worten der Ansatz der künstlerischen Intervention in der Wirtschaft (s. auch hier).

 

Die BTC AG mit Hauptsitz in Oldenburg lud mich im vergangenen Herbst ein, mit meinen künstlerischen Methoden einen Prozess rund um das Thema interne Kommunikation zu begleiten. Daraus wurde ein mehrmonatiges Projekt, das neben einem illustrierten/musikalischen Jahresrückblick an der firmeninternen Adventsfeier eine Reise zu allen deutschen Geschäftsstellen (Münster, Bremen, Hamburg, Berlin, Leipzig, Neckarsulm, Mainz, Oldenburg) beinhaltete.

 

Im Gepäck hatten meine Projekt-Partnerinnen Lena Mäusezahl, Silke Förtsch und ich neben meinem Klavier, einer Papierrolle und einer Vielzahl von Workshop-Utensilien eine Auswahl wohlüberlegter Fragen. Das Zuhören sollte bei all unseren Stationen im Mittelpunkt stehen. Wir verstanden uns als "Askforce".

 

Meine Rolle als begleitende Künstlerin bestand im Wesentlichen darin, ein Spiegel zu sein. Ein unvoreingenommer Spiegel, möchte ich ergänzen. Mal spielte ich Klavier, mal sang ich, mal stellte ich Fragen. Mein Zuhören manifestierte ich in Form von Schlagwörtern und Zeichnungen auf einer Papierrolle, die zum Ende unserer Reise eine imposante Länge erreichte.

 

Zu den künstlerischen Ergebnissen, die im Rahmen dieses Projektes entstanden, zählen eine Komposition, Illustrationen, Fotos, und Videos. Diese künstlerische Wertschöpfung flankiert, unterstreicht oder beschleunigt gar einen Prozess, der sich aus den inhaltlichen (Zwischen-) Ergebnissen unserer "Dialogreise" ergibt. Viele Antworten und noch mehr Fragen. Der Dialog ist in vollem Gange. Nach der Reise ist also vor der Reise, während mein Part als begleitende Künstlerin dieser Tage zum Abschluss kommt. Es wird spannend sein, von nun an aus der Ferne zu verfolgen, welchen Nutzen, welche Chancen die BTC für sich kurz- und längerfristig aus diesem Projekt ableiten wird.

 

Allgemeingültig erscheint mir indes: Zukunftsfähigkeit erfordert Weitblick. Weitblick erfordert eine Auseinandersetzung mit Werten. Für welche (menschlichen) Werte steht ein Unternehmen? Wie viel Sinn stiftet es für seine Kunden, für seine Mitarbeiter? Welche Antworten formuliert es auf die Fragen der Zukunft in Worten und Taten?

 

Meine Kunst kann und will auf diese Fragen keine konkreten Antworten geben. Auch im Fall der BTC nicht. Was aber kann, was will Kunst? Ein Gedicht kommt mir in den Sinn, das ich im vergangenen Jahr während einer Konferenz schrieb, die sich dem Rohstoff Kreativität widmete (s. u.).

 

Wäre da noch die Frage: "Dialogreise" oder "Dialogriese"? Ein Buchstabendreher brachte die Mädels und mich in den Wochen unserer Reisevorbereitung zum Lachen. Passend dazu: meine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema "Entfaltung" im Jahr 2015: "Von Reisen und Riesen und wie wir es drehen".

 

Das letzte Wort meines heutigen Blog-Artikels sei einer tiefen Dankbarkeit gewidmet. Zutiefst dankbar bin ich, und zwar für die Begegnungen mit all den Menschen, die sich im Rahmen dieses Projektes auf die Kunst (und somit auch auf mich) eingelassen haben. Ihr habt mich bisweilen herausgefordert. Vor allem aber habt ihr mich berührt und inspiriert. Ihr seid Dialogriesen. Und ihr wisst, wer ihr seid.

 

Fotos: Anke Johannsen, Lena Mäusezahl


 

Was will Kunst?

 

Will Kunst sich einmischen
oder uns am Ende einfach nur das echte Leben auftischen?
Uns erfrischen
und dabei knallen, krachen und zischen?

Will Kunst einschreiten
oder uns behutsam anleiten?
Uns verzaubern mit ungeahnten Neuheiten.
Uns dabei mal tragen und mal reiten.

Will Kunst was bewegen
oder uns mal rufend, mal flüsternd ans Herz legen
nicht immer abzuwägen,
sondern uns wahrhaftig zu regen?

 

Will Kunst stören,
sich an sich selbst betören
oder doch mit offenen Ohren zuhören?
Einzelnen Stimmen. Ganzen Chören.

In kreativ
steckt immerhin tief.
Und ja genau, kreativ
reimt sich auch auf Korrektiv.

Ich fasse zusammen: Kunst ist nicht der neue Hype.
Kunst war schon immer der echte Vibe.
Wir reden von unser aller Rohstoffen.
Wollen wir sie nutzen? Sind wir wirklich offen?

Es bleibt zu hoffen.